Der Einsatz neuer Technologien ist entscheidend


Dr. Robert Kilian ist Generalbevollmächtigter der N26 Bank GmbH und auch in diesem Jahr als Sprecher wieder Teil eines Panels zusammen mit Erich Loeper (Deutsche Bundesbank), Dr. Markus Chromik (Commerzbank) und Peter Simon (Mitglied des Europäischen Parlaments) bei der diesjährigen Handelsblatt Jahrestagung EBR – European Banking Regulation von 19. bis 21. November in Frankfurt. Diskutiert wird im Panel das Thema „Kapital- und Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund von Regulierung, Brexit, Niedrigzinsen, neuen Playern “. Im Interview spricht er darüber, wie er die digitale Zukunft der Bankenbranche unter Einsatz neuer technologien einordnet.

1. Das Thema Digitalisierung steht in der Finanzbranche im Fokus. Was meinen Sie, wie wird sich die Digitalisierung zukünftig auf die Finanzaufsicht auswirken?

Der Einsatz neuer Technologien ist entscheidend und viele deutsche und europäische Aufsichtsbehörden sind an diesen Themen dran. Das wird besonders an einer Vielzahl von Initiativen und auch entsprechenden Publikationen deutlich. So ist zum Beispiel der FinTech-Rat beim Bundesministerium für Finanzen ein gutes Beispiel für einen gelungenen Austausch zwischen Ministerien, der Aufsicht und der (FinTech-)Industrie. Auch dadurch wird sichergestellt, dass die Aufsicht den Überblick über Digitalisierungsprozesse in den Instituten und Finanzunternehmen hat.

2. Auf welche Themen sollte die Bankenaufsicht hinwirken, um Geschäftsmodelle im Bankensektor im Blick zu haben?

Der Fokus sollte auf den Themen Machine Learning, Blockchain basierten Anwendungen und auf dem Einsatz der Cloud-Technologie liegen. Alle drei Themen verbindet das Potenzial, Prozesse in einer Bank oder bei einem Finanzdienstleister kostengünstiger, schneller und effizienter zu machen. Es ist auch in Zukunft nicht nur für die Unternehmen zwingend, dass sie sich intensiv mit diesen Technologien auseinandersetzen. Banken müssen Technologieunternehmen sein, um am Markt erfolgreich zu sein. Nicht außer Acht lassen sollte man zudem, dass es bereits viele junge stark wachsende (Finanz)Unternehmen gibt, die zwar denselben Regelungen unterliegen, allerdings oftmals anders strukturiert, finanziert und organisiert sind.

3. Wie wird Künstliche Intelligenz die Finanzbranche verändern? Ist es auch denkbar, dass Machine Learning in der Aufsichtspraxis eingesetzt werden kann?

Es gibt bereits eine Vielzahl von Finanzunternehmen, bei denen Software aus großen Datenmengen Erkenntnisse gewinnt und die diese Technologie intensiv für ihre Geschäfte nutzen. Ein gutes Beispiel ist der Einsatz von Chatbots im Customer Service Bereich. Aber auch andere Bereiche, wie Claims & Settlement, Compliance sowie AML werden aufgrund des Automatisierungspotenzials erhebliche Veränderungen erfahren. Ein Einsatz von Machine Learning ist in der Alltagspraxis der Aufsichtsbehörden selbst sowie bei den beaufsichtigten Unternehmen auch denkbar. Die Unternehmen wenden sich oft mit vergleichbaren oder sogar ähnlichen Fragen an die Aufsicht. Ein Chatbot, welcher den regulierten Unternehmen auf diese Fragen Antworten oder zumindest Hilfestellungen geben würde, könnte eine effiziente, kostengünstige und für die Unternehmen und die Aufsicht zeitsparende Lösung sein. Ein entsprechendes Automatisierungspotential hat zum Beispiel das Single Rulebook der EBA mit den Q&A zu Aufsichtsfragen.

Erleben Sie Dr. Kilian und viele weitere Entscheider und Experten der Bankenaufsichtsbranche live bei der 19. Handelsblatt Jahrestagung EBR – European Banking Regulation in Frankfurt.

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