Möglichkeiten mit Instant Payments – Banken können punkten!


Ralf Baust, Head of Banking, NTT DATA Deutschland

Nur Bares ist Wahres – diese Weisheit wird in Deutschland zunehmend unpassender. Kunden werden immer digitaler und mobiler, Zahlungen finden zunehmend online, kartenbasiert oder kontaktlos statt. Neue Geschäftsmodelle über digitale Plattformen durch Tech-Giganten wie Amazon, Google, Facebook oder Apple, Fintechs oder Direktbanken verändern die Märkte und beschleunigen den Zahlungsverkehr. Seit Juni kann an deutschen Kassen mit Google Pay gezahlt werden, Ankündigungen häufen sich, sodass wir davon ausgehen können, dass auch hierzulande Apple Pay nicht mehr lange auf sich warten lässt. Durch die schnelle und konsequente Einführung von Instant Payments – kurz IP – bieten sich den klassischen Banken vielversprechende Möglichkeiten, um im Wettkampf um die Gunst der Kunden neu zu punkten.

Über RT1, die paneuropäische IP Plattform der EBA Clearing, wurden 11 Monate nach dem Start im November 2017 europaweit bereits mehr als 5 Millionen Instant Payments in EUR ausgeführt mit einer Spitze von 100.000 Transaktionen am Tag. In Deutschland startete die HypoVereinsbank Ende 2017 als eine der ersten Banken mit IP. Bereits seit Juli nimmt die Sparkassen-Finanzgruppe am SEPA-IP-Verfahren teil. Weitere namhafte Banken folgten und seit 20.11. sind nun auch die Deutsche Bank und die genossenschaftliche Finanzgruppe mit den Volks- und Raiffeisenbanken mit IP live. Damit sind in Deutschland – zumindest passiv – heute bereits 80 Millionen Konten per IP erreichbar.

Im Unterschied zu PayPal oder Onlinezahlungen werden bei Instant Payments viele Sicherheitsmaßnahmen und Bonitätsprüfungen durchgeführt oder Geldwäsche und Betrugsabsichten kontrolliert – und das alles in Bruchteilen von Sekunden. Da sowohl Belastungen als auch Gutschriften über Instant Payments final sind, kann der Empfänger sofort über das Geld verfügen und auch der Zahlende erhält unverzüglich eine Bestätigung, dass die Zahlung unwiderruflich ausgeführt wurde.

„Banken haben bisher bewiesen, dass sie Zahlungsverkehr effizient, sicher und transparent abwickeln. Wir sind überzeugt, dass sie die fachlichen und technologischen Herausforderungen meistern werden, auch IP – aktiv und passiv – zu unterstützen und sowohl Firmen- als auch Privatkunden neue Services anbieten werden“, sagt Ralf Baust, Senior Vice President, Head of Banking bei NTT DATA.

Hier braucht es eine digitale Infrastruktur, die diese Leistungen effizient und kostendeckend abbilden kann. „Wenn die Banken im digitalen Zahlungsverkehr mithalten wollen, müssen sie − bei den extrem kurzen Verarbeitungszeiten von Instant Payment – ihre IT-Infrastruktur, im ersten Schritt nicht komplett durchgängig, aber doch weitgehend echtzeitfähig gestalten“, erklärt Baust und ergänzt: „Betroffen sind hier nicht nur der Zahlungsverkehr, sondern auch angebundene Funktionen wie etwa Internes Rechnungswesen, Treasury, Kreditsysteme, Fraud Detection und Reporting.“ Insgesamt betrachtet werden Kontobewegungen schneller – digital und in ihrer analogen Transparenz.

Viele Experten gehen davon aus, dass IP sehr schnell „the new normal“ im Zahlungsverkehr wird, sodass die reine Ausführung von Instant Payments kaum hohe Transaktionskosten bringen wird. Eher werden im Privatkundenumfeld neue Kontomodelle entstehen und im Firmenkundengeschäft kann mit neuen attraktiven Services gerechnet werden.

Da sich das Einkaufsverhalten generell im Umbruch befindet, verspricht sich insbesondere der Handel neue Geschäftschancen durch Digitalisierung und den Start von IP. Konsumenten entscheiden künftig nicht mehr zwischen Online-Shopping und dem Einkauf im stationären Geschäft. Der Einkauf findet über mehrere Kanäle statt – innovative Zahlungsverfahren müssen in Zukunft alle diese Ebenen in Echtzeit abbilden können – egal ob es sich um eine Bezahlung oder eine Retoure-Gutschrift handelt. Ein Beispiel: Beantragt ein Kunde nach erster Recherche per mobile App einen Kredit, kann die Bank diesen nach der Online-Bonitätsprüfung via Instant Payment sofort auszahlen und der Kunde kann das Geld unverzüglich online oder im stationären Handel verwenden. Davon können sowohl Verbraucher als auch der Handel profitieren.

Mit der These „Instant Payment besitzt das Potenzial, Bargeldzahlungen zu ersetzen“, geht Ulrich Binnebößel, Geschäftsführer HDE, Experte für Zahlungsverkehrsfragen beim Handelsverband Deutschland sogar noch einen Schritt weiter. Neben Kosten- und Zeiteinsparungen bietet es den Händlern zusätzlich die Chance, interne Abläufe zu automatisieren und Prozesse zu standardisieren.

Die EZB hat mit der Forderung nach Instant Payments Verbraucherwünsche erkannt und damit folgerichtig die Fortentwicklung von SEPA auf den Weg gebracht. NTT DATA war als Partner des BITKOM von Anfang an bei diesem technologischen Fortschritt dabei und hat bei der Entwicklung der Prozesse, die IP überhaupt erst ermöglichen, mitgewirkt. NTT DATA Head of Banking-Ralf Baust unterstreicht: „Die IP-Anforderungen an die Banken wachsen explosiv. Vor allem die notwendige flächendeckende Standardisierung ist eine große Herausforderung von IP-Lösungen. Banking-Apps, die über einen bankübergreifenden standardisierten Zugang mit Kassensystemen kommunizieren können, bieten den Banken die Chance für die Rückkehr des Kontos an den Point of Sale. Eine durchgängige End-to-End-Betrachtung vom Kunden bis zum Empfänger ist unentbehrlich. So kann das Girokonto der Bank oder Sparkasse wieder zum Dreh- und Angelpunkt werden.“

Wenn Sie mehr zum Thema Instant Payments wissen möchten, besuchen Sie uns.
Hier geht’s zum Banking.