Die gesamte Finanzbranche auf einer Plattform – Was die Technologie der Zukunft mitbringen sollte (Featured Article)


Finastra

Der Schlüssel für das Bankgeschäft der Zukunft liegt in der Öffnung für andere Marktteilnehmer: Die Partnerschaft mit Fintechs eröffnet Finanzinstituten nicht nur die einzigartige Chance, neue Business Cases zu entwickeln. Sie können darüber hinaus ihren Kunden genau den Service bieten, den diese erwarten und von den großen Digitalkonzernen Google, Apple oder Amazon bereits gewohnt sind. Die Zusammenarbeit mit Fintechs verbessert die Kundenzufriedenheit, ermöglicht schnellere Innovation, erhöht die Kosteneffizienz und letztlich auch die Wettbewerbsfähigkeit der Banken.

Dabei bleibt den Banken nur noch wenig Zeit: Bis zum 14. September 2019 müssen sie die EU-Richtlinie PSD2 (Payment Service Directive) umsetzen. Das heißt: weniger als ein Jahr, um offene Schnittstellen (APIs) bereitzustellen, welche die Kundendaten bei Einverständnis für andere Marktteilnehmer zugänglich machen. Dieses Open-Banking-Konzept ist nicht nur eine technologische Aufgabe für Finanzinstitute, sondern auch eine Herausforderung für ihr Geschäftsmodell. Weil neue, agile Fintechs clevere Ideen für die Kunden von heute entwickeln und damit an Bedeutung gewinnen, rücken die traditionellen Banken und deren Markennamen in den Hintergrund. Indem Finanzinstitute auf einer offenen Bankenplattform mit Fintechs kollaborieren, profitieren sie von deren Schnelligkeit und Flexibilität, ohne den Kontakt zum Kunden aufzugeben.

Mit dem richtigen Plattform-Konzept zum Erfolg

Dass der Einsatz dieser Technologie notwendig ist, haben die Verantwortlichen bereits erkannt: Laut einer Umfrage der Banking-Organisation Efma in Zusammenarbeit mit Finastra glauben inzwischen 58 Prozent der befragten Bankexperten, dass das „Bank-as-a-Platform-Konzept“ der beste Ansatz ist, um Open Banking und PSD2 zu adressieren. Doch was muss eine solche Lösung bieten, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden? Sie sollte die folgenden fünf Kriterien erfüllen:

1. Offene APIs für eine einfache Integration: Mithilfe offener Schnittstellen können verschiedene Anwendungen und Systeme miteinander kommunizieren. Dadurch lassen sich neue Apps und Lösungen einfach in die bestehende Betriebsumgebung und sogar in über viele Jahre gewachsene Legacy-IT integrieren.

2. Low-Code-Entwicklungsumgebung: Durch den Low-Code-Ansatz lassen sich Applikationen schnell auf Basis bestehender Module erstellen. Für neue Bankanwendungen muss damit nur wenig Quellcode neu geschrieben werden. So gibt es beispielsweise sogenannte visuelle Editoren, mit denen sich Komponenten der Benutzeroberfläche per Mausklick oder Drag-and-drop kombinieren lassen. Auch Datenmodelle und Businesslogik lassen sich mit diesen Designtools abbilden.

3. Zugang zu Innovationen über einen App-Store: Selbst die beste Finanzanwendung stiftet keinen Nutzen, wenn sie nicht auffindbar ist und niemand sie verwendet. Nach dem Prinzip der App-Stores bei Google oder Apple benötigen daher auch Bankenplattformen eine gemeinsamen Marktplatz, auf dem Finanzdienstleister die bereitgestellten Applikationen beziehen können.

4. Flexibel und skalierbar in der Cloud: Neue Rechenkapazitäten im eigenen Datacenter aufzubauen ist kosten- und zeitintensiv. In der Wolke reichen dafür wenige Klicks. Unabhängig davon, ob die bestehende Infrastruktur einer Bank bereits über einen Service Provider läuft oder sich im eigenen Rechenzentrum befindet, sollte sich diese flexibel erweitern lassen und je nach Bedarf skalieren. Auch in punkto Sicherheit sind Cloud-Standorte in Deutschland heute auf dem neuesten Stand, sodass auch Institutionen wie die Bafin deren Einsatz maßgeblich unterstützen und durch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen fördern.

5. Einhaltung von Standards und Compliance: Kaum eine Branche unterliegt so strengen Regulierungen wie der Finanzsektor. Daher muss auch eine Bankenplattform sicherstellen, dass die auf ihr entwickelten Anwendungen höchsten Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen genügen sowie die aufsichtsrechtlichen Vorgaben erfüllen. Eine weitere Aufgabe der Plattform ist, mithilfe von standardisierten APIs dafür zu sorgen, dass alle Anwendungen miteinander kompatibel sind.

Die Plattform-Revolution hat schon begonnen

Das klassische Finanzinstitut als Einzelkämpfer gehört heute eindeutig der Vergangenheit an. In einer globalisierten, digitalisierten Welt ist es ganz selbstverständlich, die Expertise vieler Akteure durch Kollaboration für den gemeinsamen Erfolg zu nutzen. So wie Airbnb den Markt für Ferienwohnungen und Amazon die Medienbranche revolutioniert haben, so werden auch offene Bankenplattformen die Finanzbranche verändern. Sie unterstützen Banken darüber hinaus nicht nur bei der Umsetzung der PSD2-Richtlinie bis zum 14. September 2019, sondern auch dabei, das Open-Banking-Konzept positiv für sich zu nutzen. Das Ergebnis: schnellere Innovation, höhere Kosteneffizienz und zufriedenere Kunden. Finastra hat mit FusionFabric.cloud die erste moderne Bankenplattform geschaffen, welche die genannten Anforderungen erfüllt und allen Akteuren der Open-Banking-Community offensteht – Banken wie Fintechs.

Autor: Martin Häring, CMO und Vorstandsmitglied, Finastra
Finastra ist Partner der Handelsblatt Jahrestagung Banken-Technologie 

Finastra bietet das weltweit umfangreichste Finanzsoftwareportfolio inklusive Lösungen für Retail, Corporate und Transaction Banking, Investment Banking, Kreditwesen sowie Treasury und Capital Markets. Mit 10.700 Mitarbeitern weltweit kann Finastra seine Kunden effektiv und global betreuen. 90 der 100 weltweit führenden Banken setzen heute auf Lösungen von Finastra. Weitere Informationen unter finastra.com.