End-to-End-Automation: Effizientes Banking von morgen


End-to-End-Automation: Effizientes Banking von morgen

Autor: Daniela Bücker, im Vorstand von Atruvia für Banking-Lösungen verantwortlich

Wo steht die Genossenschaftliche FinanzGruppe in zehn Jahren? Atruvia hat dafür eine klare Zielvision formuliert: Bis 2030 sollen die Volks- und Raiffeisenbanken gut 80 Prozent ihres Geschäfts über automatisierte Standard-Banking-Services abwickeln. Das historisch gewachsene und daher monolithische Kernbankverfahren wird dann weitgehend vergessen sein. Stattdessen erfolgt die digitale Prozessunterstützung über eine modular aufgebaute Plattformarchitektur nach dem Banking-as-a-Service-Modell: Jeder Ablauf ist dabei Ende-zu-Ende vom genossenschaftlichen Cloud-Rechenzentrum bis zur digitalen Kundenschnittstelle und jedem Bankarbeitsplatz medienbruchfrei durchstrukturiert. Dies vereinfacht in bislang kaum vorstellbarer Weise sowohl die Kundeninteraktion als auch bankinterne Prozesse. Entsprechend agiler können Genossenschaftsbanken auf den individuellen Bedarf ihrer Kundschaft reagieren. Neben höherer Effizienz und Flexibilität bei nachhaltig sinkenden IT-Kosten ermöglichen plattformbasierte Banking Services demnach vor allem eins: mehr Kundennähe.

Auch für den Pfad, der in die künftige Banking-as-a-Service-Welt führt, hat der genossenschaftliche Digitalisierungspartner eine detaillierte Roadmap für die nächste Dekade abgesteckt – wobei schon bis 2025 rund 90 Prozent aller hochfrequentierten Bankprozesse via Plattform automatisiert werden sollen. Generell legt Atruvia die Prioritäten für die Prozessautomation im Rahmen eines agilen Portfoliomanagements gemeinsam mit den betreuten Banken fest: Vorrang erhalten hierbei solche Funktionen, deren Plattformportierung aufgrund ihres bisher hohen Anteils an manuellen Arbeitsschritten kurzfristig einen spürbaren Effizienzgewinn bringen. Das betrifft zum Beispiel die Einrichtung eines Onlinebanking-Zugangs oder die Kreditkartenkündigung: Beide Prozesse wurden bereits in diesem Jahr erfolgreich umgestellt; sie stehen den Banken schon heute via Plattform als automatisierter Banking Service zur Verfügung.

2021 hat Atruvia die Automatisierung für insgesamt 15 hochpriorisierte Bankprozesse auf den Weg gebracht – darunter auch für die Kontoeröffnung bei Neukundenanlage: Dieser Prozess zeigt beispielhaft das Effizienzpotenzial der Plattformportierung. Denn allein beim Teilprozess der Neukundeneinrichtung verkürzt sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit gegenüber dem bisherigen Kernbankmodell um rund 30 Prozent. Bei der nachfolgenden Kontoanlage schmilzt dieser Wert von mehr als sechseinhalb Minuten auf nur noch 17 Sekunden zusammen. Die zugehörigen Girocard- und Kreditkartenbestellungen erfolgen sogar komplett automatisiert, was eine weitere Zeitersparnis von etwa zwei Minuten mit sich bringt. Alles in allem beschleunigt sich der Gesamtprozess von gut 18 auf unter vier Minuten. In der Summe ergibt sich daraus ein Effizienzgewinn von rund 80 Prozent.

Parallel zur Automatisierungs-Strategie entwickelt Atruvia die bisher genutzte Vertriebsplattform zu einer Omnikanal-Plattform weiter. Über diese Plattform lassen sich zukünftig sämtliche Geschäftsprozesse in der Interaktion mit den End*kundinnen abbilden, sodass die Plattform als zentraler Dreh- und Angelpunkt ein weiter wichtigen Grundpfeiler neben der Ende-zu-Ende-Automatisierung bildet. Nur durch die ganzheitliche Darstellung aller Aktivitäten aus Kundenperspektive sichern wir den langfristigen Erfolg.