Mobiles Bezahlen: Alles andere ist bald langweilig

von Peter Bakenecker

Der berühmte Satz „Technologie, die erfunden wurde, bevor man geboren wurde, ist langweilig“ von Alan Kay war noch nie so bedeutend wie heute. Die meisten von uns kennen noch die Zeit vor dem Touchscreen, als Mobiltelefone mit Tasten bedient wurden. Für unsere Kinder ist das undenkbar.

Technologie hat den Alltag der Menschen schon oft verändert. Das gilt insbesondere für unseren Konsum. War vor einigen Jahren der Einkauf im Netz noch ein Erlebnis, will der Kunde heute einen Einkauf in weniger als 30 Sekunden tätigen, inklusive Zahlung und Bestätigung. Egal wo, egal wann, es muss immer und überall funktionieren.

Das Smartphone steht heute im Mittelpunkt des digitalen Lebens. Nicht nur Kommunikation, Mediennutzung oder die stetig steigende Zahl von Apps verändern unseren Alltag und unser Konsumverhalten, das Smartphone wird auch beim Bezahlen eine zunehmend bedeutende Rolle spielen, da es bequem und sicher ist sowie zahlreiche Mehrwerte ermöglicht.

In Ländern wie USA und China boomt das mobile Bezahlen heute schon. 2017 wurde in USA bereits 65 Milliarden Euro über das Smartphone umgesetzt, das ist eine Verdopplung verglichen zum Vorjahr. Derzeit nutzen knapp 50 Millionen Menschen in den USA mobile Bezahlmethoden, das entspricht 15 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: In China sind es bereits 20 Prozent, in Deutschland keine zwei Prozent. In Europa sind vor allem skandinavische Länder wie Dänemark, Schweden oder Norwegen Vorreiter.

Aber mit zunehmendem Angebot wird auch die Nachfrage in Deutschland steigen. 2018 ist das Jahr des „Mobile Payments“: Kunden der meisten Institute können bereits heute mobil bezahlen, entweder durch eigene Lösungen wie bei der Deutschen Bank, der SparkassenFinanzgruppe oder den genossenschaftlichen Banken oder mittels globaler Plattformen wie Google Pay mit Anbietern wie der Commerzbank, N26 oder Boon von Wirecard. Bis Ende des Jahres wird auch Apple Pay mit einer Vielzahl von Anbietern in Deutschland starten, die den Nutzerkreis für mobiles Bezahlen um die bisher ausgeschlossenen iPhone-Nutzer erweitert.

Zusätzlichen Schwung erhält mobiles Bezahlen durch den mittlerweile fast überall vorhandenen EMV-KontaktlosStandard, der nahfunktaugliche Kredit- und Debitkarten und damit auch mobile NFC-Zahlungen unterstützt. Vom Discounter bis zu internationalen Handelsketten haben auch in Deutschland nahezu alle Händler ihre Kassen auf den aktuellen Stand gebracht. Das kommt gut an: Erste Analysen zeigen, dass vor allem im Lebensmitteleinzelhandel, bei Drogerien und Gastronomie gerne mobil bezahlt wird.

Neue Technologien stellen aber auch neue Anforderungen an die Sicherheit. Mobiles Bezahlen wird weltweit auf Basis einer neuen Verschlüsselungstechnologie, der Tokenisierung, ermöglicht. Hierbei werden Kartendaten durch digitale Token ersetzt und mit zahlreichen weiteren Sicherheitsmerkmalen ergänzt.

Der Token in einem Smartphone beispielsweise funktioniert nur in Verbindung mit der IPAdresse des Gerätes. Eine anderweitige Nutzung bei Verlust des Smartphones ist ausgeschlossen. Das Smartphone ermöglicht den Einsatz zusätzlicher biometrischer Sicherheitsmerkmale und die Betrugsprävention durch Echtzeitanalysen mit künstlicher Intelligenz. Auch der Schutz von persönlichen Daten ist eng mit der Sicherheit im virtuellen Raum verknüpft. Durch die Tokenisierung werden beim Bezahlvorgang weder echte Kartendaten noch vertrauliche Kundenoder Kontoinformationen übertragen.

Die Smartphonisierung kann für Anbieter mobiler Bezahllösungen eine große Chance sein, werden die richtigen Voraussetzungen geschaffen: weltweite Funktionalität, attraktive Anwendungen und komfortable Auswahl durch den Kunden. Wird die reine Transaktion zunehmend zum Standard, liegt die Herausforderung in der Integration mobiler Bezahlmethoden in relevante Nutzungsmöglichkeiten, wie beispielsweise den öff entlichen Nahverkehr, InApp-Transaktionen oder SocialMediaPlattformen.

Von den weltweit 2,3 Milliarden Mastercard Karten sind schon heute nahezu alle durch unsere Tokenisierungsplattform bereit für das globale mobile Bezahlen mit Smartphones und anderen Endgeräten wie Wearables.

Wir stellen unseren Partnern zahlreiche API-basierte Lösungen im Bereich Sicherheit, künstlicher Intelligenz oder Händlerintegration zur Verfügung, um mobile Lösungen attraktiv und kundennutzenorientiert anzubieten, damit die gemeinsame Gestaltung der Zukunft des mobilen Bezahlens beginnen kann.

Peter Bakenecker, Division President Germany & Switzerland bei Mastercard

 

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