Interview mit Michael Schweikart, Co-Founder Tomorrow

Im Interview mit Michael Schweikart, Co-Founder Tomorrow, sprachen wir über die derzeitige Situation durch die Pandemie, über erste Reaktionen, ob man sich auf solche Extremsituationen vorbereiten kann und was man aus der Corona-Krise lernen kann.

Wie haben Sie auf die Corona-Pandemie reagiert?

Wir haben dem gesamten Tomorrow-Team ans Herz gelegt für die nächste Zeit in das Home Office umzuziehen, seit gut drei Wochen ist unser Hamburger Büro nun schon leer. Glücklicherweise ist es als digitales Unternehmen nicht schwer diese Maßnahme umzusetzen, das Team ist es gewohnt, dass nicht alle an einem Ort beisammen sitzen. Aber trotzdem bringt es natürlich große Veränderungen für den Arbeitsalltag mit sich. Deswegen sprechen wir in regelmäßigen Abständen mit allen Mitarbeitern darüber, welchen Effekt Corona auf uns als Individuen, als Unternehmen und als Gesellschaft haben kann. Wir haben außerdem neue Formate wie ein virtuelles Feierabendbier eingeführt, um den informellen Austausch im Team zu stärken. Unser Geschäftsmodell ist nur indirekt von den Einschränkungen betroffen, daher können wir inhaltlich wie gewohnt weiterarbeiten. Zum Beispiel mit einem Spenden-Feature, dass wir anlässlich der Situationen an den europäischen Außengrenzen auf die Beine gestellt haben. User*innen können mit wenigen Klicks an Ärzte ohne Grenzen spenden, die Geflüchtete medizinisch versorgen, denn Corona wird nicht an den Grenzen Halt machen.

Tomorrow hat sich zum Ziel gesetzt, modernes Banking und Nachhaltigkeit zu vereinen. Inwiefern gehört zur Nachhaltigkeit mit den Erfahrungen aus der Corona Krise nun auch, Pandemie-Vorbereitungen für die Zukunft zu treffen?

Die Corona-Krise war in dieser Form nicht vorhersehbar und die Konsequenzen, die es auf unser aller Heute und Morgen hat erst Recht nicht. Organisatorisch und in Sachen Digitalisierung sind wir auf solche Krisen eingestellt, das hat uns die jetzige Krise gezeigt. Tomorrow steht für eine neue, nachhaltige Art des Wirtschaftens. Mit den Geldern unserer Kund*innen finanzieren wir einen nachhaltigen und positiven Wandel in den unterschiedlichen Bereichen. Auf diese Weise können wir ebenfalls einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Situationen wie die jetzige verhindert werden.

Was kann man aus der Corona-Krise lernen?
Diese Krise fügt vielen Menschen Sorgen und Leid zu – medizinisch, wirtschaftlich, persönlich – und das nicht natürlich zuallererst schrecklich. Insofern tun wir uns etwas schwer damit, jetzt zu sagen: eigentlich ist es total gut, denn wir lernen daraus. Dennoch kann man natürlich einige Schlüsse aus der Situation ziehen. Zum Beispiel, dass radikale und unbequeme Veränderung sehr wohl möglich ist. Das gilt für Unternehmen, die feststellen, dass Home Office funktionieren kann und muss. Für Politik, die plötzlich klare Regelungen findet, die für Klimafragen bislang ausblieben. Und für jede*n Einzelne*n, der/ die in dieser schwierigen Zeit Solidarität den Mitmenschen gegenüber zeigt. Wenn wir uns diese Erkenntnis bewahren, wäre aus der Krise ein kleines Stück gewonnen.