Interview mit Dr. Cyrosch Kalateh, Regional Director DACH bei Tink

Dr. Cyrosch Kalateh, Regional Director DACH bei Tink, spricht im Interview über die Relevanz von Banken in der Zukunft, welche Rolle Ökosysteme in der Bankenwelt spielen, was Tink anders macht als andere Unternehmen und welchen Einfluss die Herkunft des Unternehmens aus Schweden darauf hat.

Advertorial

Was müssen Banken tun, um auch zukünftig noch relevant für ihre Kunden zu sein?

Kunden weltweit sind anspruchsvoller geworden. Nicht erst seit Covid-19 wünschen sie sich einfache, schnelle und auf sie zugeschnittene Services – und das immer häufiger in der digitalen Welt. Banken müssen sich mit diesen veränderten Ansprüchen befassen, ihren Kunden zuhören und anschließend die für sie richtigen technologischen Investitionen tätigen. Die eine einzige Lösung für alle gibt es nicht. Aber was sich jetzt schon zeigt ist, dass die Banken einen Vorsprung haben, die nicht alles in-house entwickeln, sondern sich starke Technologiepartner an Bord holen.

Aktuell sind besonders einfache Zahlungs- und Aggregationslösungen gefragt, die skalierbar und in den meisten Teilen Europas zugänglich sind (Stichwort paneuropäische Konnektivität). Darüber hinaus sollten Banken darüber nachdenken ihre Insights zu professionalisieren, um ihren digitalen Vertrieb auf sichere Beine zu stellen und die Kundenbindung zu erhöhen. Generell gibt es beim Umgang mit Daten Aufholbedarf, um zum Beispiel Risikodienste anzureichern oder Onboarding von Kunden von Privat- und auch Geschäfts- und Firmenkunden zu unterstützen. Das Datenspielfeld sollte nicht “kampflos” geräumt werden. Die große Gefahr für Banken ist die immer stärkere Entkopplung von der Kundenschnittstelle durch Google, Apple, Amazon und Co. Unsere kurz- und mittelfristige Hilfe für Finanzinstitute zur Absicherung und zum Ausbau ihres bestehenden Geschäfts ist eine deutlich bessere Customer Experience, die Optimierung des Kreditprozesses oder die Stärkung des Online-Vertriebs. Langfristig lassen sich damit schrittweise die Investitionen für größere Umbrüche finanzieren und vor allen Dingen die Kundenbasis absichern.

Alle Welt spricht von Ökosystemen. Wie können Ökosysteme im Banking überhaupt aussehen? Sollte jede Bank versuchen, ein eigenes Ökosystem zu bauen oder geht das nur im Verbund?

Natürlich werden wir oft gefragt, ob es nicht besser wäre, wenn jede Bank interne Entwicklungen vorantreiben würde. Darauf stelle ich gerne drei Fragen zurück:

Erstens: Schaffe ich es, selbst als großes Institut, eine kritische Masse und Skalierung in einer Plattform aufzubauen? Zweitens: Kann ich diese Plattform dann noch zu vertretbaren Kosten im Betrieb halten? Und Drittens: Kann ich darüber hinaus all die Value Services wie Risiko, Insights, Recommendations, und Datenkategorisierung für Retail und KMU-Kunden entwickeln und up-to-date halten?

Da dies einen unglaublichen Fokus und Kosten bedeuten würden und in einer dicht vernetzten Welt mit Kunden, die Konten in ganz Europa halten, sehr aufwendig ist, greifen auch sehr große Banken wie ABN Amro, SEB und Danske Bank auf die Services von Tink zu. Und wir sind dabei  genau darauf ausgelegt, unsere Partner zu den “Stars” an der Kundenschnittstelle und den Kernprozessen wie der Kreditvergabe zu machen, um ihr bestehendes Geschäftsmodell deutlich besser zu nutzen.

Tink ist ja in vielen Ländern Europas aktiv. Gibt es Beispiele für Innovationen, von denen deutsche Banken lernen können?

Es ist kein Zufall, dass wir aus Schweden stammen. Hier wird besondere Customer Experience und Offenheit für neue Technologien schon seit Jahren großgeschrieben – gerade im Digitalen. Ich denke, wir Deutschen sind bei neuen Technologien immer etwas zögerlicher als unsere Nachbarn im Norden. Aber auch unser Markt ist reif und die Bereitschaft, jetzt zu handeln, ist gegeben. Wir sahen zum Beispiel in unserem letzten Open Banking Report, dass die Banken in DACH Open Banking nun als Chance begreifen, um bessere Kundenerfahrungen zu schaffen. 40% aller Entscheider in deutschen Banken sehen hierin den Hauptantrieb für Open Banking.

Ich bin mir sicher, dass Tink, aufgrund unserer Stärke in anderen Märkten Europas, eine Menge Wissen und Erfahrungen in die DACH-Region einbringen kann. Dies wird uns helfen, die Entwicklung in der Region voranzutreiben, insbesondere in Bezug auf datengestützte Erkenntnisse, Datendienste und gesamteuropäische Konnektivität.

Über Dr. Cyrosch Kalateh

Dr. Cyrosch Kalateh ist Regional Director DACH bei Tink, Europas führender Open-Banking-Plattform. Zuvor war Dr. Kalateh als Vice President Partnerships bei auxmoney Teil des dortigen Management Teams.

Über Tink

Tink ist Europas führende offene Bankenplattform. Tink ermöglicht es Banken, Fintechs und Start-ups datengestützte Finanzdienstleistungen zu entwickeln. Kunden greifen über die zentrale Tink API auf aggregierte Finanzdaten zu, veranlassen Zahlungen, fügen Transaktionen Informationen bei und bauen persönliche Finanzmanagement-Tools auf. Tink integriert mehr als 2.500 Banken, die über 250 Millionen Bankkunden in ganz Europa erreichen. Tink wurde 2012 in Stockholm gegründet und beschäftigt 270 Mitarbeiter*innen, die von 13 Niederlassungen aus 14 europäische Märkte bedienen.