Finanzinstitute im Wandel

Finanzinstitute im Wandel

Innovationen durch Change-Kultur vorantreiben

Autor: Jens Treskatis, Area Vice President – North EMEA Sales, nCino

Die meisten Finanzinstitute haben erkannt, dass kontinuierliche Innovation und die Einführung neuer Technologien notwendig sind, um mit den sich wandelnden Kundenanforderungen und dem enormen Wettbewerb Schritt zu halten. Dennoch tun sich viele von ihnen bei der Umsetzung und dem Management von Change-Projekten schwer.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass mangelhaft durchgeführte Veränderungsprozesse innerhalb von Organisationen zu Investitionsverlusten und negativen Ergebnissen führen. Eine Mitte der 2000er Jahre von McKinsey durchgeführte Studie über 40 unternehmensweite Change-Projekte ergab, dass Organisationen mit ausgezeichneten OCM-Programmen (Organizational Change Management) eine durchschnittliche Kapitalrendite (ROI) von 143 Prozent erzielten. Unternehmen bei denen OCM-Programme schlecht umgesetzt wurden, konnten nur geringen oder keinen zusätzlichen Nutzen erzielen.

Eine Studie von Prosci (Change Mangement Beratungsunternehmen) zeigt auf, dass exzellente Change Management-Praktiken dazu führen, dass die Ziele eines Projekts mit einer sechsmal höheren Wahrscheinlichkeit erreicht werden. Der strategisch und operativ gut durchdachte Wandel lohnt sich also!

Damit Finanzinstitute die Einführung neuer Technologien vorantreiben und die Denkweise des Change Managements nachhaltig verankern können, müssen die Unternehmenskultur, Prozesse und Technologien im Einklang miteinander stehen, damit digitale Transformationsprojekte fest mit dem Business des Instituts verankert sind. Eine Studie von Capgemini hat herausgefunden, dass die Unternehmen, die eine stärker ausgeprägte digitale Kultur haben, nicht nur nachweislich finanziell erfolgreicher sind als andere, sondern auch die zufriedeneren Mitarbeiter haben.

nCino hat ein solche Transformationsbegleitung bereits bei 1200 Finanzinstituten international durchgeführt, und hat drei Tipps, wie ein nachhaltiger organisatorischer Wandel gelingt und langfristig erfolgreich sein kann:

  1. Das Ziel definieren – Ein wesentlicher Teil der Veränderung ist das Ziel. Warum ist der Wandel notwendig und sinnvoll? Mitarbeiter, Kunden, Aktionäre etc. müssen von der Absicht informiert und überzeugt werden, damit alle an der Transformation mitarbeiten können. Warum ist der jetzige Zustand nicht weiter tragbar, welche Vorteile werden durch die Veränderung angestrebt? Eine Absichtserklärung sollte klar darstellen, warum es sich lohnt, gemeinsam an der Transformation zu arbeiten. Sie dient auch während des gesamten Prozesses als Motivation.

 

  1. Den ständigen Wandel leben – Change Management ist kein einmaliger, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Der Start ist nicht das Ende einer Veränderungsreise, sondern erst der Anfang. Finanzinstitute sollten den Wandel als Chance zur erfolgreichen Weiterentwicklung ihrer Organisation betrachten. Und wenn alle Mitarbeiter den Wandel als Teil ihres Geschäftsmodells verstehen, können sie sich besser darauf einstellen und ihn aktiv mitgestalten. Selbstverständlich sind hier Flexibilität und Geduld gefragt. Da der Wandel nie aufhört, gibt es keinen Grund, den Prozess zu überstürzen. Häufige Mikrotransformationen sind oftmals viel leichter durchzuführen, als alle paar Jahre sehr komplexe Prozesse zu verändern.

 

  1. Verlässliche Partner hinzuholen – Mit der Leitung des Finanzinstituts haben die Verantwortlichen bereits eine komplexe Rolle. Ein großes Transformationsprojekt nebenbei erfolgreich umzusetzen, ist nicht möglich. Deshalb empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Partnern, die bereits viele Unternehmen bei der erfolgreichen Durchführung von Change-Projekten unterstützt und begleitet haben. Wenn Finanzinstitute deren Erfahrung nutzen und einen Teil der Arbeit auslagern, können sie sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und ihr Business weiter ausbauen.

 

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung enorm beschleunigt. Die Kundenbedürfnisse haben sich entsprechend gewandelt. Diesen Ansprüchen müssen Finanzinstitute mit digitalen Transformationsprozessen erfolgreich begegnen, damit sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.