Facebook, Apple und Google stellen das Banking auf den Kopf


Von Michael Neuberg, Swiss Post Solutions

Frische Ideen für Menschen, Prozesse und Technologien sind nötig

Facebook kündigt eine eigene Währung an, Geldtransfers in Echtzeit sind mit WeChat in China schon seit geraumer Zeit kinderleicht und sogar die Bundesbank mahnt die deutschen Institute zur Eile. Und wenn schon die Bundesbank vor der Dominanz von Apple und Google warnt, scheint die Disruption des Finanzsystems mehr als eine ernste Angelegenheit für Deutschlands Banken zu werden. Und eine, der die Institute zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet haben. Die disruptiven Kräfte im Banking gehen längst nicht mehr nur von jungen Fintechs aus. Deutschlands Banken stehen vor einer ungemütlichen Marktsituation, in der Schnelligkeit bei der digitalen Transformation zu einem Schlüssel des eigenen Fortbestehens wird. Dabei geht es um Menschen, Prozesse und Technologien gleichermaßen. Alle drei Faktoren sind bedeutsam, um die Zukunft des Bankings zu gestalten.

Nicht nur die vielen Fintechs kratzen mit ihren frischen Ideen und einzelnen, vollständig digitalisierten und schlanken Bankprozessen an der Vormachtstellung der etablierten Häuser. Weit gewaltiger ist das Momentum, das die großen amerikanischen GAFA-Unternehmen – das sind Google, Apple, Facebook und Amazon – erzeugen. Sie verfügen über eine riesige Kundenbasis, nahezu unbegrenzte IT-Kapazitäten und den Willen, etablierte Wirtschaftszweige nachhaltig in ihrem Sinne zu verändern. Dass Facebook angekündigt hat, sich mit einer eigenen Kryptowährung gleich über die regulierten Finanzmärkte hinwegzusetzen, macht diesen Willen zur Veränderung mehr als deutlich.

Und hinzu kommt: Alle diese GAFA-Unternehmen genießen heute ein höheres Kundenvertrauen als klassische Banken. Drei von vier Amerikanern unter 35 würden heute schon Finanzprodukte von diesen Technologieunternehmen kaufen, zeigen Studien. Transformation ist also nicht mehr nur eine Frage des Wettbewerbsvorteils, sondern wird zu einer Frage des Überlebens vieler Institute. Digitale End-to-End-Prozesse sind ein Baustein einer Digitalisierungsstrategie. Und ein Baustein, der sich mit intelligenten Automatisierungskonzepten äußerst schnell rechnet.

Wenn heute eine – aus der Sicht des Kunden – einfache Adressänderung in einer Bank noch zahlreiche IT-Systeme und Menschen braucht, ist das ein Zeichen dafür, dass einfach zu hebende Digitalisierungs- und Automatisierungspotenziale noch ungenutzt sind. Prozesse an der Kundenschnittstelle zu digitalisieren, ist zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, ist aber andererseits auch eine Art Feigenblatt. Die manuellen Prozess-Aufwände hinter den Kulissen des Online-Bankings sind die, die Kosten verursachen, digitale Transformation behindern oder zumindest verlangsamen. Klar ist aber auch: Jede Digitalisierungsoffensive, die auf die schnelle Ablösung alter Systeme setzt, löst nicht nur Beharrungstendenzen in der Organisation aus. Viel mehr noch, die Kernsysteme der Großbanken lassen sich nicht einfach austauschen, da sie zu wichtig und zu komplex sind. Die alten Legacy-Systeme sind über die Jahrzehnte gewachsen und entziehen sich der zunehmenden Geschwindigkeit des digitalen Wandels.

Dennoch müssen Institute handeln. Denn warum sollte der Verbraucher nicht auch sein Gehaltskonto künftig bei Amazon führen, wenn er doch 80 Prozent seines Konsums auf dieser Plattform abwickelt? Es wird also darauf ankommen, mit schlanker Organisation und hoher Kundennähe den Bankkunden für die Zukunft zu binden. Kern dieser Bemühungen müssen Prozesse sein, die auf das Kundenerlebnis hin optimiert sind. Das heißt: Sie müssen schnell und reibungslos funktionieren und im Zweifel für den Kunden transparent sein. Ein erfolgversprechender Weg, die eigenen Bankprozesse schnell und ohne langwierige IT-Projekte zu optimieren, ist Outsourcing.

Wenn der Outsourcer die Ressourcen, das Prozess Know-How und die Technologie zur Verfügung stellt, um Prozesse zu optimieren, entfallen Technologie-Scouting, Beschaffung und Maintenance für die Bank. Im Ergebnis ist der Outsourcing-Partner für die definierte Prozessqualität verantwortlich. Mit welchem Automatisierungs-Mix aus Mitarbeitenden und Technologie der Prozess abgebildet wird, ist dabei letztlich gleichgültig. Es zählt allein das Ergebnis zu vorab definierten Zeiten oder Geschwindigkeiten, Qualität im Sinne einer überzeugenden Customer Experience und letztlich den Kosten. Genau diese intelligente Automatisierung bietet Swiss Post Solutions. Denn der Konzernbereich der Schweizer Post unterstützt Banken erfolgreich bei der so wichtigen digitalen Transformation.

So halten Sie dem Druck stand

Fintechs greifen das Banking an, Kunden werden anspruchsvoller und niedrige Zinsniveaus belasten die Rendite. Banken können diesem Druck widerstehen und neue Chancen wahrnehmen, wenn sie jetzt mit Menschen, Prozessen und Technologien die Zukunft des Bankings gestalten. Swiss Post Solutions zeigt in einem Whitepaper, wie das funktioniert.

Whitepaper: DIGITALE TRANSFORMATION UND DIE BANK DER ZUKUNFT

Zum Autor

Michael Neuberg war viele Jahre Banker und ist heute als Director Global Solution Design Banking bei Swiss Post Solutions für digitale Transformationsprojekte bei Finanzdienstleistern weltweit verantwortlich.

Video: Digital Transformation in Banking

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