Digitale Transformation und Kulturwandel – Beitrag von Hermann J. Merkens (Aareal Bank)

Die richtige Balance zwischen Agilität und Stabilität
Von Hermann J. Merkens, Vorstandsvorsitzender, Aareal Bank

Jede Veränderung verändert, die digitale Transformation aber in besonderem Maße, da sie umfassend, komplex und tiefgreifend die Industrie aber auch unser Alltagsleben revolutioniert. Sie verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sie erzwingt auch einen kulturellen Wandel in Unternehmen. Es ist daher alles andere als erstaunlich, dass sich in Deutschland derzeit nahezu alle größeren Finanzinstitute mit ihrer Unternehmenskultur beschäftigen. Landauf, landab stellen sie sich die Frage: Welche Eigenschaften und Verhaltensweisen werden von Organisationen und deren Mitarbeitern entwickelt, um die Chancen des digitalen Zeitalters bestmöglich zu nutzen?

Im Rahmen ihres Zukunftsprogramms „Aareal 2020“ hat auch die Aareal Bank vor vier Jahren damit begonnen, einen Kulturwandel in der Organisation anzustoßen. Ziel dieses langfristig und gruppenweit angelegten Programms war es, auf Basis der drei zentralen Kulturbausteine Agilität, Kundenorientierung und Innovation die Position der Bank und ihre Bereitschaf und Fähigkeit zur Veränderung weiter zu stärken. Dabei war jedoch von Anfang an klar: An bewährten Bausteinen der erfolgreichen DNA wird festgehalten. Zum einen, weil diese weiterhin wesentlich für den Erfolg des Geschäftsmodells sind, zum anderen, weil die Mitarbeiter bei der Aareal Bank sehr unterschiedliche Leistungen erbringen, für deren erfolgreiche Entwicklung und Bereitstellung auch unterschiedliche Charaktere und Begabungen Voraussetzung sind.

Vielfalt ist Stärke
Bei der Aareal Bank sind Banker und Immobilienexperten genauso wie Berater und Entwickler von digitalen Services beschäftigt. Sie alle arbeiten auf unterschiedliche Art und Weise und müssen sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Allein deswegen schon ist die Kultur der Aareal Bank geprägt von Vielfalt und Individualität. Die Unternehmensleitung sieht darin eine Stärke, die es unbedingt zu erhalten gilt und fördert daher gezielt die Diversität innerhalb der Belegschaft, beispielsweise mit Blick auf Nationalitäten, Alter, Geschlecht oder kulturellem Hintergrund.
Hinzu kommt: Ein Kulturwandel kann weder verordnet noch konkret vorgegeben werden. Stellen Mitarbeiter die Frage, wie sich die Art der Arbeit für sie ändert, kann die Unternehmensleitung darauf nur vage antworten; denn eine Kultur kann nur aus dem Inneren einer Organisation selbst kommen – also von den Mitarbeitern. Daher kann die Unternehmensleitung den Kulturwandel nur anstoßen, eine entsprechende Sensibilität herstellen und Angebote zur Weiterentwicklung bereitstellen.

Offenes Arbeitsumfeld schaffen
Um hierbei erfolgreich zu sein, bedarf es eines Arbeitsumfelds, das kulturelle Vielfalt zulässt und den Mitarbeitern Handlungsspielräume zugesteht. Aufgabe des Managements ist es daher:

  1. Vertrauen zu vermitteln. Um die nötigte Selbstsicherheit bei herausfordernden Aufgaben und bei der Übernahme von Verantwortung zu haben, brauchen Mitarbeiter Vertrauen.
  2.  Neues zuzulassen. Mitarbeiter sollen Bewährtes nicht nur in Frage stellen, neue Ideen entwickeln und kritisch reflektieren dürfen, sondern dazu angehalten werden.
  3. Neugier zu unterstützen. Um schnell und agil in einem immer komplexeren Umfeld agieren zu können, sind geistige Beweglichkeit und Neugier essenziell.

Stabilität und Agilität orchestrieren
Wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur liefern der Dialog und der Austausch mit anderen Organisationen. Die Aareal Bank arbeitet daher neben wirtschaftlichen Zielen und dem Erkennen von Trends auch deswegen eng mit FinTechs, PropTechs und anderen Start-ups zusammen, um ihre Unternehmenskultur weiterzuentwickeln. Die unmittelbare Kooperation mit Organisationen, die andere Arbeitsmethoden und -kulturen verfolgen, führen zu einem sehr viel stärkeren Hinterfragen der eigenen Verhaltensweisen als dies unternehmensinterne Programme und Angebote leisten können.

Die Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren im Kulturwandel der Aareal Bank gesammelt wurden, zeigen sehr deutlich: Die digitale Transformation darf nicht zu einem kulturellen Aktionismus führen. Es kommt vielmehr darauf an, die richtige Balance zwischen Stabilität und Agilität zu finden. Dieses neue Zusammenspiel zu orchestrieren, wird in der Arbeitswelt der Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft gehören.

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