Build versus Buy – wie deutsche Finanzinstitute die digitale Transformation optimal gestalten können

Build versus Buy – wie deutsche Finanzinstitute die digitale Transformation optimal gestalten können

Marlen Lawrenz, ncino

Ihr Leitfaden für zukunftsorientiertes Banking in sieben Schritten

Die digitale Transformation erfordert Höchstleistungen von Banken – bietet aber gleichzeitig zahlreiche Chancen. Übernehmen Sie jetzt die Kontrolle über Ihre Digital-Strategie, schaffen Sie eine effiziente IT-Infrastruktur für Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden und verlassen Sie eingefahrene Wege.

Die digitale Transformation ist für die deutschen Banken jetzt unumgänglich. Laut McKinsey werden Banken, die nicht aktiv werden, weiter Marktanteile verlieren und ihre Gewinne sinken sehen. In diesem Szenario würde die Eigenkapitalrendite (ROE: Return on Equity) bis zum Jahr 2030 auf null Prozent sinken. Wenn die Banken jedoch ihre aktuellen Initiativen zur digitalen Transformation verstärken, könnten sie im gleichen Zeitraum eine wesentlich gesündere Eigenkapitalrendite von drei bis vier Prozent erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Unternehmen schnell handeln – dennoch geben 45 Prozent der Banken in der DACH-Region (DACH: Deutschland, Österreich und Schweiz) an, dass eine langsame Implementierung ihre Ziele für die digitale Transformation ausbremst.

Traditionell entscheiden sich Finanzinstitute dazu, Lösungen intern zu entwickeln. Die Gründe hierfür sind sehr einfach nachzuvollziehen. Eine maßgeschneiderte, im eigenen Haus entwickelte Lösung gewährleistet, dass eine Bank die vollständige Kontrolle über die Technologie behält und sicherstellt, dass die Systeme exakt auf ihre geschäftlichen Herausforderungen und spezifischen betrieblichen Anforderungen abgestimmt sind. Aber dies birgt auch erhebliche Nachteile. Nicht zuletzt, wenn es um den Aufwand und die damit einhergehenden Kosten für die Entwicklung und die Pflege der digitalen Systeme geht. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Systeme zu einer gefährlichen „Black Box“ werden, wenn die an der Entwicklung beteiligten Mitarbeiter zu anderen Unternehmen wechseln – sofern keine sorgfältigen, gewissenhaften Aufzeichnungen und Dokumentationen geführt werden.

Glücklicherweise haben Banken heute auch andere Möglichkeiten. Mit dem Aufkommen cloudbasierter Plattformen, Anwendungen und Services können Banken heute mit spezialisierten Anbietern zusammenarbeiten, die über fundiertes Fachwissen und Erfahrung bei der Entwicklung und Implementierung von neuen Technologien verfügen. Im Allgemeinen ist der Buy-Ansatz (Nutzungsansatz oder Subskriptionsansatz) auch kostengünstiger und effizienter als das traditionelle Build-Modell. Es geht auch viel schneller: Im Durchschnitt dauert es nur 12 Monate, bis ein Unternehmen eine neue Technologie am Markt nutzen kann.

Die sieben Schritte zu einer erfolgreichen Buy-Strategie

Der Buy-Ansatz für die digitale Transformation wird deutschen Banken jedoch nur dann den gewünschten Nutzen bringen, wenn er richtig umgesetzt wird. Die übergreifende Strategie der Banken beeinflusst dabei alles – von der zu erwartenden Kapitalrendite bis hin zur Frage, wie gut sich die Technologie auf die Geschäftsziele, den Zeitrahmen sowie die Budgets abstimmen lässt.

Hier finden Sie den 7-Schritte-Leitfaden von nCino für den Aufbau einer soliden Strategie, die Ihren Anforderungen gerecht werden kann:

  1. Skizzieren Sie Ihren Plan. Legen Sie die Ziele fest, die Sie mit Ihrer digitalen Transformation erreichen möchten – einschließlich einer konkreten Vision, wie sich die internen Abläufe Ihres Unternehmens sowie die Kundenerlebnisse im Vergleich zur aktuellen Situation verändern sollten.
  2. Analysieren Sie bestehende Prozesse. Die Einführung einer neuen Technologie bietet die einmalige Gelegenheit, alle Ihre bestehenden Prozesse und Verfahren zu überprüfen und zu entscheiden, ob dies die effizienteste Art ist, die Arbeiten und Tätigkeiten zu erledigen. Es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie Sie Ihre Kunden betreuen, welche betrieblichen Anforderungen Sie abdecken müssen, und welche Technologien Sie dafür einsetzen.
  3. Sichern Sie sich schnelle Erfolge. Um eine Dynamik aufzubauen und Rückhalt im gesamten Unternehmen zu finden, sollten Sie kleineren, einfacheren Projekten, die sich leicht umsetzen lassen und einen deutlichen und klaren Nutzen aufweisen, den Vorrang geben. Betrachten Sie dies als eine Strategie der Mikro-Transformation, um das gesamte Unternehmen für Ihre umfassenden Ziele und die anstehenden Veränderungen zu gewinnen.
  4. Schaffen Sie eine langfristig dynamische Roadmap. Schnelle Erfolge sind wichtig, aber diese müssen mit einer langfristigen Roadmap einhergehen, die im Laufe der Zeit um neue Funktionalitäten ergänzt werden kann. Die digitale Transformation sollte den Gedanken der kontinuierlichen Verbesserung verfolgen, um das Engagement und die Begeisterung der Mitarbeiter zu fördern und ein wettbewerbsfähiges Kundenangebot zu schaffen.
  5. Fokussieren Sie sich auf die Auswahl des Anbieters. Falls Sie neue Technologien und Lösungen nicht selbst entwickeln, sondern kaufen beziehungsweise nutzen möchten, ist die Wahl des Anbieters natürlich entscheidend. Nehmen Sie sich Zeit, um einen Anbieter zu finden, der für Ihr Unternehmen Ihre spezifischen technologischen und betrieblichen Anforderungen möglichst schnell und effizient umsetzen kann. Suchen Sie nach Anbietern, die praxisbewährte Lösungen bieten, langjährig erfahren sind, und erfolgreiche Implementierungen im Finanzdienstleistungssektor vorweisen können.
  6. Vermeiden Sie übermäßig detaillierte Anpassungen. Sofern Sie Schritt 5 richtig angegangen sind, kann Ihr Unternehmen eine optimal konzipierte Plattform nutzen, die so vorkonfiguriert ist, dass Sie die meisten Ihrer Anforderungen effizient abdecken kann. Es ist ratsam, keine allzu komplexen Anpassungen während der Phasen der Konzeption, der Projektumsetzung und der Einführung zu verfolgen. In der Regel sollten Sie anstreben, etwa 90 Prozent der Lösung so zu nutzen, wie sie „out of the box“ bereitgestellt wird.
  7. Bereiten Sie Ihre Mitarbeiter vor. Schlussendlich ist es wichtig, dass Ihre Buy-Strategie ein umfassendes Schulungs- und Kommunikationsprogramm für Ihre Mitarbeiter vorsieht. Ziel sollte es sein, dass alle Mitarbeiter vom ersten Tag der Inbetriebnahme (Go-Live) an bereit sind, das System zu nutzen. Machen Sie nicht den Fehler, die Schulung bis zur letzten Minute aufzuschieben. Für eine reibungslose Einführung und die Akzeptanz der Benutzer ist es entscheidend, dass sie mit der Technologie vertraut sind, wenn Sie mit Ihrer neuen IT-Umgebung ‚live‘gehen.

 

Deutsche Banken stehen vor einem klaren Imperativ: Entweder sie nehmen die digitale Transformation an oder sie verlieren den Anschluss an die internationale Konkurrenz und an innovative Fintech-Unternehmen. Hierzu müssen sie von der traditionellen Build-Mentalität abrücken und zu einem Ansatz übergehen, der auf der Nutzung von Lösungen eines vertrauenswürdigen, etablierten Partners basiert. Aufgrund von Faktoren wie einer schnellen Markteinführung, der Rentabilität sowie der wachsenden Herausforderung, Mitarbeiter mit speziellem Fachkenntnissen zu gewinnen, ist das Buy-Modell für nahezu alle Banken die richtige Wahl. Darüber hinaus können Banken in der Zusammenarbeit mit einem erstklassigen Partner auf dessen Fachwissen zurückgreifen. Zudem profitieren sie von Systemen, die – im Vergleich zu anderen Lösungen für Finanzdienstleister – kontinuierlich verbessert und aktualisiert werden.

Und auch das ist keine bloße Theorie – die Hamburg Commercial Bank wurde vor kurzem für die weltweit gelungenste Transformation im Bankwesen ausgezeichnet. Der Finanzinvestor, der hinter dieser Transformation steht, führt die Umstellung auf standardisierte IT-Systeme als einen der entscheidenden Faktoren an.

Viele Banken fragen sich möglicherweise immer noch, ob sie eine cloudbasierte SaaS-Lösung nutzen oder auf eine Eigenentwicklung setzen sollen. Diejenigen, die sich für den letzteren Weg entscheiden, werden voraussichtlich feststellen, dass sie schnell von flexibleren Mitbewerbern überholt werden.