Banken werden sich zu Plattformen entwickeln, um für die Kunden relevant zu bleiben

Ehemaliger Nordea-CEO: Banken werden sich zu Plattformen entwickeln, um für die Kunden relevant zu bleiben.
Tink befragte für ihren Open Banking-Report – Inside the minds of Europe’s bankers –  fast 270 Finanzvorstände in ganz Europa und erörterte mit einigen der führenden Köpfe der Branche eingehend die größten Herausforderungen, Bedrohungen und Chancen im Zusammenhang mit Open Banking.

Eine der zentralen Chancen der Open Banking-Bewegung besteht in der Optimierung der digitalen Dienstleistungen für Kunden. Nach unserer aktuellen Studie sehen 46 % der Bankfachleute die Entwicklung besserer digitaler Leistungen als die größte Gelegenheit überhaupt – an zweiter Stelle steht eine zunehmende Kundenpersonalisierung (44 %).

Zwar sind sich die meisten Banker (89 %) insgesamt im Klaren darüber, welche Veränderungen in den nächsten fünf Jahren vorgenommen werden müssen, doch ist dies erst der Anfang. Die in Gang gesetzte Entwicklung des Open Banking wird ein 20 Jahre währender Transformationsprozess sein, in dessen Verlauf es dazu kommen wird, dass Banken neben traditionellen Bankdienstleistungen verstärkt auch Leistungen außerhalb des Finanzbereichs anbieten.

Christian Clausen, für Tink tätiger Senior-Berater und ehemaliger CEO von Nordea, legt im Gespräch mit Tink dar, dass Banken im Interesse ihrer weiteren Relevanz Leistungen außerhalb ihres Kernportfolios aufnehmen und zu einer Plattform werden müssen, die ihre Kunden überzeugt.

Wie sehen Banken die Open Banking-Bewegung?
Die Haltung hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Noch vor nicht allzu langer Zeit standen sie dem Open Banking negativ gegenüber und sperrten sich gegen eine Öffnung. Inzwischen ist die Einstellung zu den Chancen positiver geworden. Nun stellt sich die Frage: Wie geht man auf sie ein, und wie lassen sich die Geschäftsmodelle anpassen?

Worauf sollten sich Banken konzentrieren, um Erfolg zu haben?
Künftig werden konkret zwei Themen im Vordergrund stehen. Das eine ist Relevanz. Alle Banken haben Konten, sie relevant zu machen aber bedeutet, Inhalte im größeren Zusammenhang zu sehen. Wenn Relevanz gegeben ist, setzen sich die Kunden mit ihrer Banking-App auseinander und nutzen sie. Andernfalls wechseln sie zu einem anderen Anbieter.

Beim zweiten Thema geht es darum, dass die Banken die Voraussetzungen schaffen müssen, um zu einer Plattform für ihre Kunden zu werden, anstelle sich lediglich als Finanz-App zu präsentieren; sie müssen Teil des Alltags werden.

Was sonst sollten Banken bei ihrem digitalen Wandel berücksichtigen?
Sie müssen sich eine Kultur aufbauen, die es ihnen erlaubt, ein Geschäftsmodell zu konzipieren, bei dem die Bank als Plattform betrachtet wird und nicht als physische Einrichtung. Open Banking ist nur ein Teil der Gleichung. Die Banken verabschieden sich von einem alten Modell mit alten Systemen und werden zur voll digitalisierten Plattform.

Wann kommt es im Bankgeschäft zur Trendwende?
Die große Veränderung wird eintreten, wenn eine der Großbanken sich anschickt, eine Plattform zu schaffen. Dann liegen die Reaktionen der anderen auf der Hand. Aber das geschieht nicht über Nacht, und es gibt kein Rezept dafür, wie man es richtig macht.

Es ist wichtig, dass die Banken in Bewegung kommen und erste Versuche starten, andernfalls werden sie untergehen. Sie müssen sich digitalisieren und auf ihren erzielten Erfolgen aufbauen.

Welchen Ratschlag haben Sie für Banker?
Open Banking wird kommen, ob es Ihnen gefällt oder nicht. Verschließen Sie sich der Entwicklung nicht, sonst bleiben Sie außen vor und verlieren den Kontakt zu Ihren Kunden. Die meisten Banken sind sich darüber inzwischen im Klaren und der Rest wird schon bald nachziehen.

 

 

 

Christian Clausen
ehemaliger CEO
Nordea Bank

 

 

 

Laden Sie den vollständigen Bericht herunter und machen Sie sich ein aktuelles Bild davon, wie Bankvorstände die Open Banking-Bewegung, die Vorschriften und die Zukunft sehen.

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