Interview mit Dr. Schmidt [RUNKEL SCHNEIDER WEBER RECHTSANWÄLTE]


Dr. Jens Schmidt, Runkel Schneider Weber

Dr. Jens Schmidt ist Rechtsanwalt, Partner, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Fachanwalt für Insolvenzrecht bei RUNKEL SCHNEIDER WEBER RECHTSANWÄLTE und einer der Moderatoren des diesjährigen U45-Events „Rollenverständnis und Kanzleistrategie – Was ist der Markenkern der Restrukturierung?“ im Rahmen der 14. Handelsblatt Jahrestagung Restrukturierung. Im Interview haben wir ihn zum Restrukturierungssektor der Zukunft befragt.

Welche Aufgaben des Restrukturierers werden zukünftig eine zentrale(re) Rolle spielen?

Dr. Jens Schmidt: In der Krise sind unterschiedlichste Interessen verschiedenster Stakeholder aufeinander zu vereinen. Gemeinsames Ziel ist das Leitbild des sanierten Unternehmens. Der Prozess dorthin erfordert Koordination, Moderation und Integration – hier zeigt sich der Wert des Sanierers, der nicht nur Berater, sondern Unternehmer sein muss.

Inwiefern wird der Restrukturierungssektor der Zukunft sich im Rahmen der Digitalisierung ändern? Inwiefern hat er sich bereits geändert?

Dr. Jens Schmidt: Die Digitalisierung ist notwendiger Bestandteil einer jeden Status- und Optionsanalyse und zukünftig der (!) Gradmesser für die Existenz strategischer Krisen. Durch die Entwicklungsgeschwindigkeit löst unzureichend projektierte Digitalisierung Existenzgefahren und Handlungspflichten in einer Intensität aus, wie es der Restrukturierungssektor nur von Liquiditätskrisen kennt.

Welchen Tipp können Sie Young Professionals zu Einstieg und Orientierung in der Branche geben?

Dr. Jens Schmidt: Trotz aller (notwendiger) Spezialisierung: Be an allrounder. Die Sanierung erfordert unternehmerische Entscheidungen. Der hierfür notwendige 360 Grad Blick und Erfahrungsschatz verlangt, dass man alles einmal gesehen hat und zwar möglichst an der Front, je selbständiger, desto besser.