Was Artificial Intelligence, Eis-Herstellung und Star Wars mit dem Retail Banking der Zukunft zu tun haben


Was macht ein erfolgreiches Privatkundengeschäft in Zukunft aus? Welche Rolle spielen KI und Robos? Und was beschäftigt die Speaker der Handelsblatt Jahrestagung, wenn sie einmal nicht am Banking der Zukunft arbeiten?

Lesen Sie hier die Insights der Kurzinterviews mit den Referenten der Tagung!

Arno WalterArno Walter
Vorstandsvorsitzender
comdirect bank

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Banken müssen sich immer wieder neu erfinden. Dazu gehört auch über den Tellerrand zu schauen, um zu erkennen, wie (digitale) Trends aus anderen Branchen und Industrien das Kundenverhalten verändern. Diese Anforderungen gilt es dann gemeinsam mit dem Kunden für das Bankgeschäft zu übertragen.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Robo-Services werden Prozesse für Kunden vereinfachen und ihnen einen smarteren Zugang zu komplexen Bankleistungen bieten. Auch für uns als Bank wird sich dadurch viel verändern. So können wir uns durch die Unterstützung von intelligenter Technik auf die persönliche Ansprache und Prozesse konzentrieren. Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine eröffnet somit neue Möglichkeiten für beide Seiten. Künstliche Intelligenz wird den Menschen stark bei seiner Entscheidungsfindung unterstützen – viele der Entscheidungen trifft der Kunde am Ende aber immer noch selbst.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Als Teenager wollte ich Ingenieur werden. Schon in der Schule liebte ich das Fach Physik, da ich hier viel ausprobieren und experimentieren konnte. Über einen Ferienjob in der Bank bin ich dann bei der Ausbildung zum Bankkaufmann gelandet. So kam es, dass ich eine ganz andere Laufbahn eingeschlagen habe. Und ich muss sagen, das Bankgeschäft begeistert mich bis heute sehr.“

Jürgen LieberknechtJürgen Lieberknecht
Vorstand Privatkunden
TARGOBANK

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Die Flucht ins Digitale wir nicht genügen, denn die persönliche Beratung bleibt essentielles Herzstück des Retailbankings. Diese müssen wir mit digitaler Unterstützung aber noch besser und überzeugender machen. Das setzt voraus, dass Banken ihre Mitarbeiter für die Digitalisierung fit machen.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Sicherlich wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robos auch im Retailbanking deutlich zunehmen. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass komplexe Bankgeschäfte auch 2025 und darüber hinaus von der persönlichen Interaktion von Kunden und Beratern geprägt sein werden.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Ich habe ein eiskaltes Hobby: das Eismachen. Ich habe sogar eine Ausbildung zum geprüften Speiseeishersteller und zu Hause ein eigenes Eislabor.“

Dr. Jörg HoweinJörg Howein
CPO
solarisBank

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Den Kunden tatsächlich in den Mittelpunkt stellen – und nicht vor allem über Optimierung von Prozessen oder Möglichkeiten zum Cross- und Upselling sprechen.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Das Privatkundengeschäft wird wesentlich stärker in den Kontext wandern, an den „Point of Transaction“. Viele Banken werden sich dadurch in Richtung eines Commodity-Providers verändern.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Dass ich neben den Aufgaben bei der solarisBank mein Jahresziel auf dem Rennrad in 2017 massiv verfehlt habe – die Hoffnung auf Zielerreichung für 2018 aber noch nicht aufgegeben habe ;-)“

Birte QuittBirte Quitt
Head of Group Retail Strategy
Erste Group

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Die Kundenerwartungen haben sich in den letzten Jahren durch neue Technologien und neue Wettbewerber stark verändert. Banken, die für ihre Kunden relevant bleiben und auch künftig erfolgreich bleiben wollen, müssen daher ein einheitliches und intuitives Kundenerlebnis sicherstellen und ihren Kunden maßgeschneiderte, individualisierte Lösungen anbieten. Dazu müssen Banken lernen, sich wesentlich schneller als heute auf diese geänderten Kundenbedürfnisse einzustellen und die customer experience klar in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten rücken.“
  2.  Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Banken werden die Möglichkeiten, die sich durch neue Technologien ergeben nutzen und damit wird sich auch für die Kunden einiges ändern: Das Bankgeschäft wird zum Beispiel durch digitale Lösungen viel stärker und nahtloser in das Alltagsleben der Kunden integriert sein und die Kunden werden auf Basis fortgeschrittener Datenanalyseverfahren und Prognosemodelle auf ihren Bedarf hin maßgeschneiderte Angebote erhalten. Künstliche Intelligenz und Robos werden eine wichtige Rolle spielen, persönliche Anknüpfungspunkte werden für die meisten Kunden allerdings auch im Jahr 2025 noch essentiell für die Beziehung zu ihrer Bank sein. Die große Herausforderung wird darin liegen, diese beiden Welten – digital und physisch – miteinander zu verknüpfen.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Auch als „boring banker„ kann das Leben aufregend sein- zB einmal im Jahr bei einem ausführlichen Aufenthalt in Afrika im Busch, je einsamer desto besser. Additiver benefit: digital detox passiert dort ohne Empfang automatisch 🙂 „

Roman SchidaRoman Schida
Managing Director
easybank AG Niederlassung Deutschland

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Konsequente Kostenoptimierung in allen Bereichen, um attraktive Konditionen anbieten und gleichzeitig noch Margen erzielen zu können. Innovations-/Anpassungsgeschwindigkeit an den digitalen Wandel suchen einhergehend mit einem dazu passenden cultural change. Ein ausgezeichnetes und nachhaltiges Kundenerlebnis bieten, sowohl im Onboarding-Prozess als auch im Kundenservice für Bestandskunden.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Ob KI und Robos dominieren werden, ist schwierig prognostizierbar, aber sie werden mit Sicherheit einen signifikanten Teil des Marktes ausmachen. Dieser Trend wird sich nicht aufhalten lassen. Im allgemeinen wird alles digitalisiert werden, was möglich ist. Auch beratungsintensivere Bankgeschäfte wie bspw. die Baufinanzierung werden nach und nach digitaler werden durch neue digitale Möglichkeiten. Beim der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit kann ich mir offen gestanden noch gar nicht ausmalen, wie Banking 2025 aussehen wird. Das wird den meisten so gehen, valide Prognosen fallen daher schwer. Fakt ist, die Bankenwelt und die Art wie der Kunde Banking erleben wird, wird sich dramatisch ändern bis dahin. Unklar ist für mich noch die Rolle der digitalen Leader (Google, amazon, Apple, Facebook), das ist die große Unbekannte, die es zusätzlich spannend macht.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Hobby und Kindheitstraum habe ich vereinen können. Ich fahre seit 5 Jahren begeistert eine Harley Davidson, wenn es Zeit und Wetter zulassen.“

Raffael JohnenRaffael Johnen
CEO
auxmoney

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Innovationsfreundliche Kultur schaffen“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Banking basiert auf der Blockchain und Smart Contracts. Frankfurt hat London als Finanzmetropole längst den Rang abgelaufen.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Ich träume davon, einen Triathlon zu absolvieren. Wahrscheinlich werde ich das aber erst in einer ruhigeren Lebensphase schaffen.“

laubJohannes Laub
Geschäftsführer
CrowdDesk

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im  Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Banken müssen vor allem offener gegenüber neuen Ideen werden und viel starker  berücksichtigen, was von Kunden nachgefragt wird. Und das ziemlich schnell, denn aufgrund der Digitalisierung schreitet die Öffnung der Angebote für alle massiv voran. In Zukunft sollten daher Privatkunden die gleichen Produkte angeboten werden wie auch den Private Banking Kunden (BlackRock setzt hier ein Zeichen und öffnet seinen Institutional-Fonds auch für Privatkunden). Und auch die Technik schweißt die Kunden enger zusammen. Das iPhone wird von Superreichen (UHNWI) genauso benutzt wie von Kleinsparern. Die veränderte Finanzwelt, die sich in solchen Symptomen zeigt, müssen Banken schnellstmöglich akzeptieren und adaptieren.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen?
    Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Ich In Deutschland existiert traditionell ein stark fragmentierter Anbietermarkt. Neben Privatbanken und großen Filialbanken gibt es ein umfassendes Netz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Allein schon wegen der hohen und weiterhin steigenden  regulatorischen Anforderungen wird es bis 2025 zu einer signifikanten Konsolidierung  kommen. Auf der Produktseite wird ein Unbundling der Leistungen einsetzen. Die Welle an Robo-Advisors, die in den vergangenen Monaten und Jahren den Markt betraten, sind erst der Anfang. Automatisierte Prozesse, vollständig digitale Services und natürlich KI werden in wenigen Jahren zu einer weitgehenden Disruption des Finanzdienstleistungssektors führen Gewinnen werden die Banken, die den Wert ihres Kundennetzwerkes begreifen und ihr Geschäft mehr und mehr zur Plattform (Stichwort „Platformification“) umbauen, auf der auch
    sinnvolle, externe Angebote eingebunden werden können.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Ich Es gibt glücklicherweise einen ganzen Sack voller Kindheitsträume, die ich mir gerne noch  erfüllen würde. Dazu gehören ein Skiurlaub in Aspen, das Besteigen der „Seven Summits“ und in jedem Fall eine Weltumsegelung. Aktuell komme ich dazu sicher nicht, also tröste ich mich damit, von Zeit zu Zeit neue LEGO Star Wars Modelle zusammen zu bauen.“

Johannes CremerJohannes Cremer
Geschäftsführer
moneymeets

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Banken müssen kundenzentriert digitale Beratungsdienstleistungen entwickeln, die von Kunden sowohl online als auch von Beratern im stationären Geschäft genutzt werden können. Diese Dienstleistungen als auch die in diesem Zusammenhang gekauften Produkte (Konten, Anlageprodukte, Versicherungen) müssen zur Verbesserung des Cost-/Incomeratios ebenso digital produziert werden. Dringend notwendig ist also die innere Digitalisierung (Prozesse) und die Digitalisierung am Kundenfrontend – neben dem Muss der ebenso digitalen Umsetzung der regulatorischen Anforderungen. Zugegeben: Eine Herkulesaufgabe.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
    „Im Privatkundengeschäft wird nach der PSD II „Open Banking“ den Takt vorgeben. API basierte Plattformen entwickeln sich, die mit künstlicher Intelligenz Daten analysieren und auf dieser Basis automatisiert beraten. Banken, Versicherungen und spezialisierte FinTechs werden die Produkte zuliefern. Die damit verbundene Aufspaltung der Wertschöpfungskette führt Banken (und Versicherungen) mit Hochdruck heute in die Digitalisierung. Spannend wird sein, ob Banken intelligenter vorgehen als in den 90er und 2000er Jahren der stationäre Handel gegenüber den ecommerce Plattformen.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Meinen Kindheitstraum habe ich realisieren dürfen: Ich betreibe seit einigen Jahren leidenschaftlich Segelflug.“

Ole BischofOle Bischof
Olympiasieger im Judo

  1. Was müssen Banken Ihrer Meinung nach tun, um auch in Zukunft im Privatkundengeschäft erfolgreich zu sein?
    „Als Kunde kann ich nur sagen: macht’s bitte nicht zu kompliziert.“
  2. Wie wird Ihrer Meinung nach das Privatkundengeschäft im Jahr 2025 aussehen? Werden künstliche Intelligenz und Robos das Banking dominieren?
     „Dominieren“ klingt zu stark, aber natürlich werden hier sinnvolle Tools entstehen, die das Banking besser machen. Neue Technologien werden in der frühen Phase meist überschätzt, aber in ihren langfristigen Auswirkungen unterschätzt.“
  3. Verraten Sie uns noch etwas über sich, dass wir so noch nicht wussten? (Ein ungewöhnliches Hobby, ein Kindheitstraum o.ä.)
    „Als ich im Sommer 2016 online einen Bitcoin-Account eröffnet habe, erhielt ich als Antwort eine E-Mail mit den Worten „Wir fühlen uns geehrt einen Olympiasieger als neuen User begrüßen zu dürfen. Wir haben uns erlaubt Ihnen den PostIdent-Coupon kostenfrei beizufügen“. Zwar nicht gerade anonym – ein Lächeln hat mir diese menschliche Geste dennoch ins Gesicht gezaubert.“