Verlässliche Ruhestandsplanung braucht keine Garantie


Claude Hellers

Autor: Claude Hellers, Leiter Vertrieb Wholesale & Retail, Fidelity International

Schwankungskontrolle statt Garantie

Kapitalmarktorientierte Produkte können eine gute Alternative für Garantieprodukte darstellen, die sich im Niedrigzinsumfeld nur noch schwierig abbilden lassen. Klar ist: die niedrigen Zinsen zwingen Anleger, zumindest in einem gewissen Maß Risiken in Kauf zu nehmen.

Fidelity bietet mit SMART (das Akronym steht für Systematic Multi Asset Risk Targeted) ein Konzept, das diese Risiken nicht nur klar umreißt und transparent macht, sondern wirksam begrenzt.Diese Kontrolle ist der Ausgangspunkt des Anlageprozesses. Das Fondsmanagement begrenzt Risiken durch eine systematische, modellgetriebene Volatilitätssteuerung und bietet zwei Lösungen passend zu unterschiedlichen Anlegertypen. Die Wertentwicklung soll sich verlässlich innerhalb definierter Volatilitätskorridore (2-5% oder 6-8%) bewegen – bei einer vorab definierten Zielrendite. Für Vermittler und Anleger können diese festen Risikobandbreiten eine neue Referenz bieten und Orientierung schaffen.

Warum ein Anstieg der Volatilität wahrscheinlich ist

Wer zurück schaut sieht, dass Volatilität – trotz hoher geopolitischer Unsicherheiten – seit langem auf einem niedrigen Niveau verharrt. Sie wurde getragen vom süßen Gift einer lockeren Geldpolitik. Auch die Börsen kennen seit 2009 nur noch eine Richtung: nach oben. Doch weder die Börsen noch die Geldpolitik der Zentralbanken sind eine Einbahnstraße. Im Gegenteil: Der künftige Anstieg der Volatilität ist mehr als wahrscheinlich, und Produkten mit Schwankungskontrolle wird die Zukunft gehören. Denn gerade die deutschen Anleger werden auch weiterhin Investmentlösungen bevorzugen, die Vermögen aufbauen – vor allem aber Vermögen bewahren.

Volatilität – Wohl und Wehe einer Kennzahl

Die Kennzahl Volatilität misst bekanntermaßen die Schwankungen der Renditen einer Anlage um ihren Mittelwert (Standardabweichung). Sie ist eine allgemein verbindliche und etablierte Kennzahl. So stellt beispielsweise der Regulierer diese Ziffer in den Mittelpunkt – sowohl unter dem Begriff „SRRI“ in den Anlegerinformationen als auch „SRI“ im neuen Produktinformationsblatt. Das verschafft ihr eine starke Relevanz auch beim Endanleger.
Gleichwohl bleibt die Kennziffer für Anleger ein abstraktes Konzept. Dass sich Volatilität längerfristig in tatsächliche Verlustpotenziale übersetzt, ist schon heute Gegenstand vieler Studien. Um die Volatilitätskorridore begreifbar zu machen, kommunizieren wir sie anhand von praxistauglichen Beispielen und Bildern. So übersetzen wir diese Korridore etwa in Leitplanken. Sie helfen den Anlegern, ihr Sicherheitsbedürfnis einzuordnen. Von der reinen Investmenttheorie unterscheidet sich der Ansatz von anderen Konzepten der Verlustbegrenzung, am prominentesten etwa Maximum Drawdown.

Maximum Drawdown oder Volatilität?

Für den Anleger lässt sich argumentieren, dass die Kennzahl Maximum Drawdown eine geeignetere Steuerungsgröße sei. Sie misst den theoretisch möglichen höchsten Verlust, den ein Anleger in einer bestimmten Periode hätte erzielen können, also wenn er zum Höchststand gekauft und zum Tiefstand verkauft hätte. Dies spiegelt die Bedürfnisse und die Anforderung eines Investors an eine Anlage deutlich besser wider.

Der Maximum Drawdown hat jedoch Nachteile in der Portfoliosteuerung. In der Regel mit „Stopp-Loss“-Strategien umgesetzt, können Verluste zwar klar definiert und begrenzt werden. Jedoch nimmt ein solches Vorgehen die Möglichkeit, an einer möglichen Erholung des Marktes zu partizipieren. Die graduelle Anpassung der Allokation nach Volatilität kann hier ihren Vorteil ausspielen, weil der Anleger investiert bleibt. Es ist zudem offensichtlich, dass beide Kennziffern in einem starken Zusammenhang stehen. Das bedeutet, Volatilitätssteuerung sollte auch die Verlustrisiken begrenzen.

Verlässliche Ruhestandsplanung

Anleger in Deutschland denken um. Sie verstehen, dass sie mehr ins Risiko gehen müssen und Garantien in klassischen Altersvorsorgeprodukten teuer sind. Gleichzeitig soll der Ruhestand verlässlich geplant, das Kapital erhalten und ein gewisses Maß an Sicherheit geboten werden. Investmentlösungen, die eine vorher festgelegte Risikoklasse einhalten, bieten ein verlässliches Schwankungsprofil und damit ein besser „kalkulierbares“ Risiko. Und genau das ist es, was die Mehrzahl der Anleger sucht.