Smart Automation – KI operativ einsetzen und direkten Mehrwert schaffen

Künstliche Intelligenz (KI) ist zum Buzz-Wort geworden. Warum sollen die seit vielen Jahren bekannten Methoden nun plötzlich einen Mehrwert liefern? KI ist nutzbar geworden – aber wie können die breit diskutierten Zukunftsvisionen heute in der Unternehmenspraxis operativ eingesetzt werden?

Um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, sehen sich Unternehmen in der Tat zunehmend mit der Fragestellung konfrontiert, wie sie ihre Organisation bei gleichen oder zunehmenden Qualitätsanforderungen durchgängiger automatisieren können. Dabei kann Künstliche Intelligenz (KI) schon heute eine entscheidende Rolle bei der Generierung von zusätzlichem Absatz, dem Erreichen effizienterer Arbeitsabläufe sowie dem Verbessern des Kundenerlebnisses und der Gewinnung von wertvollen Erkenntnissen spielen und Entscheidungen vorbereiten. Um dies zu erreichen, ist es zunächst notwendig, die Komplexität der Anwendungsfälle zu verstehen und diese dann in den Unternehmensalltag zu übersetzen.

KI Anwendungsfälle lassen sich in vier Entwicklungsstufen unterteilen

Die funktionalen KI Anwendungsfelder lassen sich in vier Entwicklungsstufen entlang der angewandten Algorithmik und Methode einordnen. Die Komplexität nimmt dabei entlang der zu Grunde liegenden Daten (strukturiert vs. unstrukturiert), dem Interaktionslevel (maschinenähnlich vs. menschlich) und der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen (Entscheidungsvorschlag vs. Selbstentscheidung) zu.

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Unternehmen fokussieren sich auf komplexe KI-Visionen mit hohem Potential, vernachlässigen jedoch einfache Projekte, die schnelle Ergebnisse erzielen können

Mit Fokus auf praxisrelevante Anwendungsfälle hat Capgemini Consulting eine weltweite Studie[1] mit 993 Unternehmen durchgeführt, die bereits KI Lösungen implementiert haben. Dabei wurde analysiert, anhand welcher konkreten Maßnahmen mittels KI ein Mehrwert für Organisationen geschaffen werden kann. Der Mehrwert an sich wurde ebenfalls belegt – so konnten zum Beispiel drei Viertel der befragten Unternehmen mit KI ihren Absatz um 10 Prozent steigern.

Trotzdem sollten Unternehmen ihre KI-Investitionen auf einen konkreten Business- oder Value-Case abstimmen. KI wird vielerorts noch zu komplex gedacht und falsch priorisiert – kleinere Anwendungsfälle mit naheliegendem Nutzen werden häufig vernachlässigt. Bei der Analyse von über 50 Anwendungsfällen zeigte sich, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) sich allein auf die sehr komplexen Projekte mit hohem Nutzen fokussierten. Beispiele sind selbstentscheidende Systeme oder autonomes Fahren. Diese bringen zwar hohes Potential mit sich, sind aber sehr aufwändig und langwierig in der Implementierung. Dahingegen konzentrieren sich nur 46 Prozent auf die ökonomisch spannenderen „Must do Anwendungen“, mit geringerer Komplexität und ebenfalls hohem Nutzenpotenzial.

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Beispiel: Chatbots sind schnell integrierbar und befähigen eine Gesamtprozessautomatisierung

Chatbots sind ein gutes Beispiel für angewandte KI, da sie schnell und einfach zu integrieren sind und einen direkten positiven Qualitäts- oder Effizienzeffekt zeigen können. Spannend ist hierbei insbesondere die Kombination der verschiedenen Lösungen. Chatbots verarbeiten die unstrukturierte Kommunikation, Robotics Process Automation (RPA) automatisiert die danach strukturierten Daten im System weiter – das Resultat: der Gesamtprozess wird effizienter. Natural Language Processing und maschinelles Lernen können so eine intuitive, komplexitätsreduzierte Kommunikation mit dem eigentlich nur für geschultes Personal zu bedienendem operativen System ermöglichen.

Beispiel Stammdatenpflege: Der Kunde kann 24/7 seine Adresse ändern, diese wird vom Chatbot direkt mit externen Quellen wie zum Beispiel Google Maps visualisiert, verifiziert und dann per RPA in dem zu Grunde liegenden ERP System durchgebucht.

Wie immer gilt: es geht nicht um das Tool „Chatbot“ oder „RPA“, sondern um die optimale Lösung für den zu Grunde liegenden Prozess. Die Tools werden weder den Prozess noch das System an sich verbessern, sondern müssen bewusst eingesetzt und in eine klare Governance integriert werden.

KI wird den Unternehmensalltag breit beeinflussen – das ist zwar spannend, sollte aber auch einen konkreten Nutzen bringen. Nutzenorientierter Einsatz von KI heißt also, das breite Buzz-Wortfeld zu entmystifizieren, einzelne Anwendungsfälle in den eigenen Prozessen zu identizieren und diese fokussiert umzusetzen.

Erfahren Sie mehr auf der Handelsblatt Konferenz und unter www.capgemini.com/consulting-de – wir freuen uns auf Sie.