Start-ups gesucht

Interview mit Daniel Saaristo

Herr Saaristo, Sie bekleiden die Funktion eines Deep Learning Start-up Business Managers Central Europe. Ist das eine übliche Berufsbezeichnung? Was verbirgt sich dahinter?

Ich würde es eine an die technologische Entwicklung angepasste Berufsbezeichnung nennen. Dabei fungiere ich als Schnittstelle zwischen jungen Unternehmen mit Fokus auf Künstlicher Intelligenz auf der einen Seite sowie NVIDIA und weiteren Interessensvertretern auf der anderen Seite.

Wie finden Sie denn die Start-ups?

Man muss seine Fühler überall ausstrecken. Ein guter Draht zu Universitäten, Acceleratoren, Inkubatoren, Co-working Spaces sowie die Teilnahme an themenspezifischen Veranstaltungen wie Konferenzen und Meetups ist essentiell. Über Weiterempfehlungen des Programms freue ich mich besonders, da mich das in meinem Einsatz für Start-ups bestätigt.

Und wie können sich Start-ups bei Ihnen bewerben?

Hierfür gibt es ein Anmeldeformular auf unserer Website, mit dem man sich ganz unkompliziert fürs Programm bewerben kann. Im nächsten Schritt treten wir mit dem Bewerber persönlich in Kontakt um grundlegende allgemeine sowie technische Fragen zu klären, die für das weitere Vorgehen notwendig sind, um eine so individuell angepasste Unterstützung wie möglich einzuleiten.

Und was bietet das Inception Programm?

Wir bieten einen einfachen, kostengünstigen und oftmals exklusiven Zugang zu unserer Technologie und gestalten gemeinsame PR- und Marketingaktivitäten. Darüber hinaus sorgen wir für Sichtbarkeit, indem wir die Start-ups auf Veranstaltungen platzieren, individuelle Match Makings mit Investoren und Industriepartnern organisieren und sie ggf. mit der NVIDIA Produktentwicklung vernetzen. Im persönlichen Gespräch mit jedem einzelnen Mitglied bringen wir aber zuerst genau in Erfahrung, wie wir das Team am besten unterstützen können.

Wie vernetzen Sie Start-ups und Industrie?

Zum einen über themenspezifische Veranstaltungen für ein breites Publikum wie aktuell in den Bereichen Medizin, Finanzen und Maschinenbau. Mehr und mehr Firmen kommen mitlerweile aber direkt auf uns zu, um mehr über konkrete Anwendungen zu erfahren. In solchen Fällen stellen wir entweder den Kontakt zu einzelnen Start-ups direkt her oder organisieren für unsere Kunden kleinere, individuelle Veranstaltungen.

Haben Sie schon Anwendungen bei Unternehmen umgesetzt? Können Sie uns vielleicht 2-3 spannende Fälle schildern?

Da wir in diesem Kontext selbst keine Anwendungen bei Unternehmen umsetzen, sondern vielmehr die Start-ups mit den dafür notwendigen Mitteln ausstatten um erfolgreich zu agieren und diese Projekte auch oftmals unter NDA stehen, müssten sie hierfür die Beteiligten selbst fragen.

Sehr stolz bin ich aber auf die Partnerschaften mit dem Volkswagen Data:Lab und der Applied.ai Initiative vom UnternehmerTUM. Letztere wird ab Anfang nächsten Jahres den Einsatz von KI-gestützten Prozessen und Produkten in der Deutschen Industrie drastisch erleichtern und beschleunigen.

Wenn Unternehmen sich für eine Ki-Lösung entscheiden, was muss gegeben sein, damit diese erfolgreich umgesetzt und langfristig integriert wird?

Zur Beantwortung solcher Fragen arbeite ich mit einem Netzwerk aus Innovations- und Consultingunternehmen zusammen, die tief in die einzelnen Unternehmen hineinschauen, bevor KI-Lösungen implementiert werden. Jeder Fall ist anders und bedarf einer tiefgreifenden Analyse der aktuellen Unternehmensstrukturen sowie weiterer Schritte, wie die Ausarbeitung und Evaluierung der Idee, die Erstellung eines Business Cases und nicht zuletzt die Einstellung und Ausbildung von Fachkräften. Start-ups können bei dem Großteil dieser Schritte einen essentiellen Beitrag leisten und sind naturgemäß agiler aufgestellt als etablierte Unternehmen. NVIDIA bietet mit dem Deep Learning Institute eine Grundlage für die Aneignung von technischem Wissen, mit dem Inception Programm ein Netzwerk aus Industrie-Experten sowie mit dem Soft- und Hardware Portfolio das richtige Werkzeug für den erfolgreichen Einsatz solcher Technologie.

Wenn Sie Deutschland mit den anderen europäischen Ländern vergleichen, wo stehen wir mit unserer KI Start-up Szene?

Deutschland steht im Vergleich gut da. Es hat sich in relativ kurzer Zeit ein beeindruckendes KI Start-up Ökosystem herausgebildet.

Starke Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und nicht zuletzt die Industrie treiben nicht nur selbst das Thema Künstliche Intelligenz stark voran, sondern beflügeln außerdem die Gründung und den Erfolg von Start-ups. Wenn wir auf politischer Ebene noch erfolgreiche Konzepte wie unter anderem aus der Schweiz, Österreich, Estland und England integrieren würden, wäre das eine unschlagbare Konstellation.

 

Daniel Saaristo ist Deep Learning Start-up Business Managers Central Europe bei NVIDIA