Erfolgs-Tipp für Startups — „Nicht alles auf Skalierbarkeit trimmen“ (Interview mit Georg Bauser, Director of Business Operations, Airbnb)


Airbnb logo Georg Bauser_fbAirbnb wurde jüngst vom Wall Street Journal als eines der fünf wertvollsten IT-Startups der Welt gelistet. Georg Bauser, Director of Business Operations bei Airbnb, erklärt in diesem Interview, wie in der Anfangsphase der frühe Kontakt mit der noch jungen Gemeinschaft später zum großen Erfolg führte. Weiterhin berichtet Bauser über das Startup-Hub Silicon Valley und wie die Firmenkultur eines Startups ein Unternehmen auf lange Sicht erfolgreich machen kann. 
Abschließend legt er Gründern den Ansatz des Start-Up-Gurus Paul Graham ans Herzen: „Es ist besser 100 Leute zu haben, die Euch lieben, anstatt eine Million Leute, die Euch irgendwie gern haben.“

Lesen Sie jetzt das komplette Interview mit Georg Bauser.

 

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Georg Bauser wird am 26.01.2015 in München über den Gründer-Spirit aus den Startup-Hubs sprechen.

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Herr Bauser, welche Freiheiten hat ein Startup im Vergleich zu einem etablierten Unternehmen? 

Georg Bauser: Als Startup wird ja zunächst eine neu-gegründete Firma beschrieben, die mit einer Idee oder Innovation ein neues Geschäftsmodell aufbaut. Dazu kommen diverse Umstände und Klischees, wie spärliche finanzielle Ressourcen und auch nächtelanges Durcharbeiten. Aus meiner Perspektive fördert dies eine gewisse Firmenkultur, die manche Startups auf lange Sicht erfolgreich machen kann.
Dazu zählt, dass Mitarbeiter mehr Freiheit in ihrer täglichen Arbeit haben, schneller Verantwortung übernehmen können, sowie verstärkt mit allen Unternehmensbereichen zusammenarbeiten müssen. Ein Startup kann zudem durch den schlankeren Aufbau schneller auf Markteinflüsse reagieren, indem Produkte, Prozesse und Teams umgestaltet werden.

Airbnb nahm seinen Ursprung in der lebhaften Gründerszene des Silicon Valleys. Was macht diese Gegend zum Startup-Hub?

Bauser: Das Silicon Valley ist der Tech-Startup Hub schlechthin. Dies basiert vor Allem auf der Qualität und Quantität der Investoren, die hier schon Jahrzehnte tätig sind, ebenso auf eine höhere Risikobereitschaft der Gründer und auch die große Anzahl an kreative Ideen, die hier entstehen. Dies hat zur Folge, dass sich die Mehrheit der führenden Tech-Unternehmen dort angesiedelt haben, was wiederum Talente aus der ganzen Welt anzieht. Aus meiner persönlichen Perspektive hat das „Valley“ eine hohe Lebensqualität und eine ganze besondere Kultur, die von Optimismus und Offenheit nur so geprägt ist.

In Ihrem Vortrag bei der Handelsblatt Jahrestagung „Strategisches IT-Management“ werden Sie auch Paul Graham’s Startup-Credo „Do things that don’t scale!“ unter die Lupe nehmen. Was ist mit diesem Leitsatz gemeint? Und wie wird bei Airbnb damit umgegangen?

Bauser:  Normalerweise versucht jedes Unternehmen so schnell wie möglich zu wachsen um positive Skaleneffekte zu erzielen. Das heißt, mit größeren Produktionsmengen sinken die Grenzkosten pro zusätzlicher produzierter Einheit. Dies trifft auch auf Tech-Startups zu, z.B. mehr kaufende Kunden, die alle dieselbe Webseite nutzen. Bei Plattformen und Marktplätzen spielt dann noch zusätzlich der Netzwerkeffekt eine Rolle, der Nutzen pro Kunde erhöht sich je mehr Kunden es gibt. Dies lässt sich auf Airbnb direkt übertragen: Je mehr Gäste und Gastgeber unsere Plattform miteinander „online“ verbindet, desto mehr Reiseerlebnisse werden „offline“ ermöglicht, was wiederum zum Wachstum von Airbnb beiträgt.
Paul Graham ermuntert Gründer dazu, Dinge zu tun, die auf den ersten Blick nicht skalierbar sind und eben nicht automatisiert und durch neue Prozesse abgebildet werden können. Die Gründer von Airbnb, Brian, Joe und Nathan, sind in den Anfangsmonaten jedes Wochenende in den wichtigsten Markt von Airbnb, New York, gereist um dort mit den Gastgebern zu reden, ihre Sorgen und Ideen aufzunehmen und um diese dann wiederum in die Plattform zu integrieren. Dieser frühe Kontakt mit der noch jungen Airbnb Gemeinschaft hat später zum großen Erfolg geführt.
Auch in der weiteren Geschichte von Airbnb findet man immer wieder Projekte, die klein gestartet und zunächst nicht auf Skalierbarkeit getrimmt wurden. Dies ermöglicht eine völlig neue Betrachtungsweise um Herausforderungen zu lösen. Dies folgt einem weiteren Ratschlag von Paul Graham: „Its better to have 100 people that love you than a million people that just sort of like you” (Es ist besser 100 Leute zu haben, die Euch lieben, anstatt eine Million Leute, die Euch irgendwie gern haben).

Viele Startups nutzen die „Crowd“ als Multiplikator. Auch wenn Airbnb mit einem Jahresumsatz 2013 von ca. 250 Mio US$ den Gründerschuhen bereits entwachsen scheint: Wieviel Arbeit/Budget werden in Soziale Medien investiert?

Bauser:  Hierzu kann ich leider keine konkreten Zahlen nennen. Jedoch sind soziale Medien natürlich für Airbnb ein sehr wichtiges Sprachrohr um mit unserer Community zu kommunizieren.

Welchen Ansatz können sich etablierte Unternehmen ihrer Meinung nach bei der Erfolgsgeschichte von Airbnb abschauen?

Bauser:  Neben dem Ansatz „Do things that don’t scale“, kann ich nur jedem Unternehmen empfehlen auf die bestehenden und zukünftigen Kunden zu hören. Dies klingt zwar logisch, ist aber nicht mit einer Kundenumfrage und einem Weihnachtsgeschenk getan. Es geht vielmehr darum, die Kunden in das Unternehmen einzubeziehen, sie als Partner zu behandeln und sie am Erfolg teilhaben zu lassen. Gegenseitiger Respekt, transparente Entscheidungen und ein offenes Ohr machen aus Kunden loyale Anhänger, die für das Unternehmen die Vision mittragen.

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