Gute Künstliche Intelligenz kann man nicht anfassen


Künstliche Intelligenz

Wenn Menschen an Künstliche Intelligenz denken, denken sie immer noch zuerst an Roboter. Doch Dr. Damian Borth, Direktor des Deep Learning Kompetenzzentrums beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) , stellt klar: Gute Künstliche Intelligenz sieht man gar nicht.

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Wie Künstliche Intelligenz zur Standardtechnologie werden wird

Zu Beginn seines Interviews während der Handelsblatt Jahrestagung Strategisches IT-Management ordnet Borth die Schlagwörter, die derzeit in aller Munde sind, hierarchisch ein. Künstliche Intelligenz (KI, engl: AI) ist der Oberbegriff, um die Automatisierung intelligenten Verhaltens zu beschreiben. Maschinelles Lernen ist eine Teildisziplin der Künstlichen Intelligenz, während Deep Learning die Methode beschreibt, künstliche neuronale Netze zu optimieren. Dr. Borth beschreibt Deep Learning als Motor der Künstlichen Intelligenz, und erklärt, dass alle Einsatzgebiete der Künstlichen Intelligenz, die derzeit in den Medien diskutiert würden (Bild- und Spracherkennung, Big Data Analyse), auf Deep Learning basieren würden.
Durch KI würden Probleme gelöst und auf diesen Lösungen nun Produkte wie autonome Systeme im Auto oder intelligente Suche aufgebaut.

Deep Learning – der Wilde Westen der Künstlichen Intelligenz

Deep Learning ist für Borth der Wild Wild West der Künstlichen Intelligenz. Es gehe derzeit Schritt für Schritt in immer tiefere Netze, die Maschinen hätten eine immer bessere Performance. Holt man KI nun aus der Forschung und implementiert sie im Business, ergeben sich riesige Potenziale, denn Künstliche Intelligenz ist nicht eine Industrie, die gerade aufgebaut wird, sondern ziehe sich durch alle Branchen: Automobilindustrie, Versicherungswesen, Banken bis hin zum Einzelhandel.
Und auch innerhalb der einzelnen Unternehmen wird Künstliche Intelligenz unterschiedliche Einsatzgebiete finden:  In der Produktion (Industrie 4.0), im Marketing (Social Media), bei der Competitive Intelligence (Analyse der Konkurrenten) oder einfach bei der Analyse der eigenen Daten.

Paradigmenshift durch KI: von der Software zu den Daten

Laut Borth verstünden deutsche Unternehmen gerade erst, wie wichtig Daten und wie wertvoll eine Datenhoheit sei und den damit einhergehenden Paradigmenwechsel von der Software auf die Daten und die Modelle, die man mit Daten trainieren könne.

AI for good

Der Direktor des Deep Learning Kompetenzzentrums legt in dem Interview großen Wert darauf, dass Künstliche Intelligenz neben der kommerziellen Nutzung auch fürs Allgemeinwohl eingesetzt werden kann. „AI for good“  könne im Rahmen der Sustainable development goals eingesetzt werden, um Umweltschutz zu betreiben oder durch die Auswertung von Satellitenbildern Nahrungsmittelknappheiten vorherzusehen und Hungersnöten entgegenzuwirken.

Gute Künstliche Intelligenz kann man nicht anfassen

Viele Deutsche assoziieren Künstliche Intelligenz zuerst mit Robotern, denken an Szenen aus dem Terminator, mit etwas greifbarem und auch bedrohlichem. ABER: Gute KI kann man nicht anfassen. Künstliche Intelligenz wird unsere Gesellschaft durchdringen und befindet sich bereits heute in unseren smarten Häusern und Mobilfunkgeräten. Oft wüssten Menschen nicht, dass sie KI bereits täglich nutzen.

Künstliche Intelligenz wird Standardtechnologie sein

Für Dr. Borth ist völlig klar: Künstliche Intelligenz wird wie das Internet eine Standartechnologie sein. Zum Beispiel bestehe schon jetzt in der Automobilindustrie  ein Bedarf an hunderten Experten für Machine Learning, die sofort eingestellt würden. Und da dieser Bedarf in Zukunft noch exponentiell wachsen wird, müsse man schon jetzt Schülern die Ausbildungswerkzeuge an die Hand geben, um Wissen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erlernen.  Das DFKI selbst zum Beispiel bietet Online-Learning-Kurse zum Thema Maschinelles Lernen an, weil die deutsche Wirtschaft laut Borth massives Interesse an Weiterbildungsangeboten habe , da sie nicht von links und rechts überholt werden wolle.

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