Rückblick 2017

Rückblick auf die Handelsblatt Jahrestagung Health 2017

Auf der Handelsblatt Jahrestagung Health 2017 in Berlin konnten rund 90 Teilnehmer aus Pharmaindustrie, GKV, PKV, Dienstleistung und dem eHealth Sektor begrüßt werden.

Die Tagung stand erstmals unter der gemeinsamen Leitung von Professor Dr. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen, Deutschlands einflussreichsten Gesundheitsökonomen und Dr. Susanne Ozegowski, Teamleitung Versorgungsmanagement und Beauftragte für die elektronische Gesundheitsakte bei der Techniker Krankenkasse.

Besonders spannend war die erste gesundheitspolitische Diskussion nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche zwischen CSU, Grünen und FDP.  Beteiligt waren Karin Maag MdB, CDU, Thomas Isenburg, SPD, Christine Aschenberg-Dugnus MdB, FDP und Harald Weinberg MdB, Die Linke. Karin Maag lehnte kategorisch die Einführung einer Bürgerversicherung in Deutschland ab und verteidigte das duale Krankenversicherungssystem. Sicherlich gebe es hier Optimierungsbedarf, grundsätzlich sei das System erfolgreich, so Maag. Maag signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft bei der Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Kassenbeiträge. Maag lehnte weiterhin die volle Mitnahme der Altersrückstellungen beim Versicherungswechsel innerhalb des PKV-Systems ab. Dies hatte Prof. Dr. Achim Wambach in seinem Vortrag über mehr Wettbewerb zwischen PKV und GKV gefordert.

Weiteres Highlight der Handelsblatt Jahrestagung Health 2017 war die Diskussion des im  Oktober veröffentlichten Sondergutachtens zum Morbi-RSA mit Repräsentanten des AOK-, BKK- und VdeK-Lagers. Zunächst stellte Frank Plate, Präsident des Bundesversicherungsamtes das Gutachten vor und kündigte gleich ein neues an: Gutachten zu den regionalen Verteilungswirkungen des Morbi-RSA, dass am 30. April 2018 vorliegen soll.  Anschließend erläuterte Plate die Kernaussagen des Gutachtens:

Zentrale Funktion des RSA: Vermeidung von Risikoselektion

  • Isolierte Reform des RSA ohne Einbeziehung der Rahmenbedingungen stößt an Grenzen
  • Kein Zusammenhang zwischen Morbidität und Deckungsquote einer Krankenkasse
  • Höhe und Streuung der Zusatzbeiträge als Kennzahl zur Überprüfung des RSA ungeeignet.
  • Forderung nach regelmäßiger Evaluation

Plate ermahnte die Kassen sich wieder stärker auf ihre eigene Aufgabe, die Versorgung, zu konzentrieren als auf den Preiswettbewerb.

Ulrike Elsner, Vorsitzende des Vorstandes, Verband der Ersatz Kassen, Franz Knieps, Vorsitzender des Vorstandes, BKK Dachverband und Martin Litsch, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstandes, AOK-Bundesverband kommentierten das MORBI-RSA Sondergutachten wie folgt:

 

elsner

Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, Morbi-RSA weiterentwickeln

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek)

weiterlesen
knieps

Wege zu einem gerechten RSA

Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband e.V.

weiterlesen
litsch

Handelsblatt-Jahrestagung Health 2017, 12.12.2017

Kurzstatement von Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

weiterlesen

 

Bei der Teilnehmerbefragung waren sich die Teilnehmer einig, dass die größte Baustelle des Gesundheitssystems in Deutschland das eHealth Gesetz II mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sei. Hier gilt es die Weichen durch den neuen Gesetzgeber zu stellen.