Interview mit Dipl. Ing. Mag. Michael Strebl (Wien Energie GmbH)


Der österreichische Energiemarkt ist stark in Bewegung. Nicht nur politische Fragen wie das Ergebnis der Österreich-Wahl oder die Trennung des deutsch-österreichischen Marktgebietes bestimmen die Wirtschaft, auch neue Technologien und die Möglichkeiten der Sektorkopplung sind wichtige Themen, die bearbeitet werden müssen. Der CEO der Wien Energie GmbH, Dipl. Ing. Mag. Michael Strebl, stand uns im Vorfeld der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Energiewirtschaft Österreich 2017“ zu diesen Themen für ein Interview zur Verfügung.

1. Nach der Wahl: Welches sind Ihrer Meinung nach die vordringlichsten Themen, der sich die neue Regierung widmen muss?

Die kosteneffiziente Marktintegration der erneuerbaren Energien stellt eine Herausforderung dar. Diese sollte unter anderem über ein neues Fördersystem mit ausgeschriebener Marktprämie erfolgen, das den weiteren Ausbau der Erneuerbaren sicherstellt. Um auch die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten, sollte einerseits der Bestand der hocheffizienten KWK und Biomasse-KWK Anlagen gesichert werden sowie langfristige Investitionsanreize für flexible, systemrelevante Kapazitäten geschaffen werden.

2. Welche praktischen Konsequenzen wird die Trennung des gemeinsamen deutsch-österreichischen Marktgebietes haben?

Wien Energie trifft alle erforderlichen Vorkehrungen um sich auf die neue Situation einzustellen. Es wird neue Handelsprodukte für die deutsch/österreichische Grenze geben, damit der Handel zwischen Deutschland und Österreich trotz der Preiszonentrennung weiterhin funktioniert. Wien Energie ist bestens aufgestellt um die Kunden auch im neuen Marktumfeld sicher mit Strom zu versorgen.

3. Welche ersten Schritte sind erforderlich und wird Ihr Unternehmen gehen, um die Sektorenkopplung voranzutreiben?

Wien Energie trägt mit innovativen Produkten zur Entwicklung der Sektorkopplung bei. Dabei haben wir uns schon lange vom reinen Lieferanten zum Dienstleister entwickelt. Wir bieten alles aus einer Hand an: Strom, Erdgas, Wärme, Kälte, Telekommunikation und Energiedienstleistungen. Dabei forcieren wir Innovativen und binden Startups und Branchen-Newcomer ein. Mit dem Produkt HausMaster bieten wir unseren Kunden einen cleveren Energieassistenten für die Photovoltaik-Eigenproduktion, E-Ladestation, Stromspeicherung und Stromumwandlung in Wärme mittels Heizstab an. Das Thema Sektorkopplung hat bei Wien Energie lange Tradition. Mit unserem flexibeln Wärme- und Kraftwerkspark reagieren wir seit vielen Jahren auf Marktsignale und produzieren dabei hocheffizient Fernwärme, die wir an 350.000 Haushalte und 6.800 Großkunden liefern.

4. Wie verändern digitale Geschäftsmodelle und innovative Technologien wie Blockchain die Beziehungen zum Kunden und welche Antwort hat Ihr Unternehmen darauf?

Wien Energie ist am Puls der Zeit und verfolgt mehrere digitale Geschäftsmodelle. Wir setzen bereits erste Projekte im Energiehandel mit der Blockchaintechnologie um. Die digitale Welt bietet zahlreiche Möglichkeiten mit unseren Kunden in Kontakt zu treten – so haben wir beispielsweise bereits mit unserem Innovationsprojekt BotTina – einen digitalen 24/7 Assistenten aufgebaut.


Dipl. Ing. Mag. Michael Strebl ist CEO bei der Wien Energie GmbH und wird bei der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Energiewirtschaft Österreich 2017“ Diskussionsteilnehmer zum Thema „Die Zukunft des Wärmemarkts: Wie heizt Österreich in 10 – 20 – 30 Jahren?“ sein.

Sie interessieren sich für das Programm der Energiewirtschaft Österreich 2017? Hier können Sie die Programm-Broschüre anfordern: Programm anfordern