Verschwindet die Energiebranche in ihrer jetzigen Form?


Verschwindet die Energiebranche in ihrer jetzigen Form?

Die Energiebranche befindet sich mitten in einem tief greifenden strukturellen und digitalen Wandel. Um mit den aktuellen Entwicklungen Schritt zu halten, reicht es nicht aus die klassischen Produkte digital abzubilden: Vielmehr müssen Prozesse ganz neu gedacht, neue Geschäftsfelder entwickelt und auch die Unternehmensstruktur an die neuen Aufgaben angepasst werden. Um herauszufinden in welchen Bereichen die Branche bereits gut aufgestellt ist und wo noch Nachholbedarf besteht, haben wir im Vorfeld der Handelsblatt Jahrestagung „Digitale Energiewirtschaft 2018“ einige Vertreter der Energiebranche nach ihrer Meinung gefragt. Die Ergebnisse möchten wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.

Der #mindshift ist im vollem Gange

Die interne Kultur spielt bei der digitalen Transformation eines Unternehmens eine wesentliche Rolle: Agile Arbeitsmethoden und flexible Prozesse können nur dann erfolgreich funktionieren, wenn die Mitarbeiter diesen Weg mitgehen, meinen etwa 52 Prozent der Umfrageteilnehmer. Sie erachten einen Wandel in der Unternehmenskultur als zwingend notwendig, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Rund 45 Prozent sind der Meinung, dass ein interner Kulturwandel nur ein Baustein unter vielen ist, die bei der Unternehmenstransformation eine Rolle spielen. Lediglich drei Prozent sehen keinen Bedarf, die vorhandenen Strukturen stark zu verändern. Für sie liegt die Zukunft der Energiebranche primär in den Produkten.


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Die nächsten fünf bis zehn Jahre sind entscheidend

Zahlreiche Veränderungsprozesse wurden in der Energiebranche bereits in Gang gesetzt, doch der Weg zum digitalen Energieversorger ist noch weit. Ein Großteil der Befragten (48 %) gehen davon aus, dass die nächsten fünf bis zehn Jahre die für die Zukunft des Energiesektors entscheidend sein werden. 20 Prozent glauben, dass für eine erfolgreiche Digitalisierung noch mehr als zehn Jahre nötig sein werden. Rund 14 Prozent gehen davon aus, dass die Energiebranche den digitalen Wandel verpassen und in ihrer jetzigen Form vom Markt verschwinden wird.


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It’s all about data – Daten als wirtschaftliches Geschäftsfeld

Ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Transformation ist die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Der klassische Stromhandel wird aus Sicht einiger Analysten vom Handel mit Daten überholt werden und somit eine neue Rolle bei den EVU einnehmen. Diese Ansicht unterstützen mit rund 54 Prozent mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer. Sie stimmen der These zu, dass EVU bereits in 10 Jahren erfolgreich mit Daten wirtschaften werden.  Etwa 14 Prozent glauben, dass diese Entwicklung noch wenigstens 15 Jahre dauern wird und sechs Prozent sehen den Stromhandel auch in den kommenden 20 Jahren weiter vorne. Dass Daten allein nicht ausreichen um ein lukratives Geschäftsmodell zu entwickeln, glauben 26 Prozent der Befragten. Sie setzen auch weiterhin auf die Stärke der klassischen Betätigungsfelder von Energieversorgungsunternehmen.


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Welche Smart Home Technologien sind für EVU besonders lukrativ?

Viel diskutiert ist auch die Frage, wie Energieversorger in Zukunft im Haushalt ihrer Kunden in Erscheinung treten werden. Neben der klassischen Energieversorgung, setzen immer mehr Versorger auf Smart Home Technologien.
Dabei halten 43 Prozent der befragten Branchenvertreter intelligente Steuerungssysteme zur Energieüberwachung für ein besonders lukratives Geschäftsmodell. Digitale Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistent werden von 18 Prozent als spannendes Betätigungsfeld angesehen. Elf Prozent setzen auf Tür- und Fenstersensoren. Diese Produkte dienen zum einen der Energieeffizienz und Wärmeregulierung eines Haushalts, können aber gleichzeig auch als stumme Alarmanlagen eingesetzt oder mit bestehenden Sicherheitssystem gekoppelt werden. Acht Prozent sehen digitale Thermostate als ein interessantes Smart Home Modell für EVU.


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Wovon profitiert der Kunde?

Welches digitale Produkt könnte in den kommenden Jahren den größten Mehrwert für die Kunden bieten? Bei dieser Frage spricht sich eine klare Mehrheit (32%) für lokale Smart City Projekte aus. Gleichauf mit jeweils rund 13 Prozent liegen das intelligente Zuhause, Smart Grids und flexible Stromkaufmodelle. Lediglich neun Prozent sind dagegen der Meinung, dass der Kunde am meisten von einer individuellen Kundenbetreuung über digitale Kanäle profitiert. Den geringsten Mehrwert für den Kunden sehen die Teilnehmer in einer nachhaltigen Energiegewinnung vor Ort (8%) und  Smart Metern (3%).


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Jetzt bei der Digitalisierung den Anschluss behalten

Um nicht auf dem digitalen Abstellgleis zu landen heißt die Devise für  Energieversorger: agieren statt reagieren. Es gilt die aktuellen Entwicklungen am Markt genau zu beobachten und aktiv mitzugestalten.  Die  Handelsblatt Jahrestagung „Digitale Energiewirtschaft“ hilft Ihnen in diesen turbulenten Zeiten die Orientierung zu behalten. Lernen Sie, wie Sie Ihre Mitarbeiter auf diese spannende Reise mitnehmen und zu Innovatoren machen. Informieren Sie sich bspw. über die Möglichkeiten der Blockchaintechnologie und erfahren Sie, wie andere Energieunternehmen bereits heute mit Daten Geld verdienen. Lassen Sie sich inspirieren und sichern Sie sich noch heute Ihr Ticket.

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