Digitalisierung der Energiewirtschaft | Expertenbeitrag von Detlef Neuhaus


Expertenbeitrag von Detlef Neuhaus

Mit Sicherheit eine gute Idee*

von Detlef Neuhaus
Fest steht: Das klassische Großkraftwerk wird zunehmend von dezentralen Energieträgern wie Solar, Wind und Biomasse ersetzt. Die Digitalisierung wird diese Entwicklung noch weiter beschleunigen, denn die zunehmende Vernetzung verändert unsere gesamte Gesellschaft und bietet auch Unternehmen aus dem Energiesektor eine Fülle an neuen Möglichkeiten. Doch wie wird die Energieerzeugung der Zukunft tatsächlich aussehen? Und wie wichtig ist das Thema Sicherheit?

Fakt ist, dass sich die Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien gerade grundsätzlich verändert. Der Trend geht weg von der reinen Erzeugung sauberer Energie hin zur sinnvollen Verteilung und Speicherung dezentral erzeugter Energie.

Grundsätzlich steigert die zunehmende Verbreitung dezentraler Energieerzeuger den Bedarf an Vernetzung. Was nun zählt ist eine sinnvolle Verbindung zwischen Erzeugern, Verbrauchern, Stromspeichern und Elektrofahrzeugen zu intelligenten Stromnetzen. Smart Grids, da sind sich alle Experten einig, gehört die Zukunft!

Eine Vernetzung der Systeme darf niemals Selbstzweck sein, sondern muss für alle Beteiligten einen Mehrwert bieten. Digitalisierung muss sich lohnen, denn für Privathaushalte ebenso wie für das Gewerbe wird es in Zukunft noch wichtiger, möglichst wenig Strom aus dem Netz zu ziehen – Stichwort: Energieeffizienz. Auf lange Sicht werden sich nur die Lösungen am Markt durchsetzen, die sich nahtlos in den Alltag der Nutzer integrieren lassen.

Die Vernetzung des Energiesektors bietet auch den Stromkonsumenten neue Chancen. So können sie beispielsweise dank eines intelligenten Energiemanagement-Systems den Eigenverbrauch optimieren und dadurch bares Geld sparen.

Doch am Horizont zeichnen sich noch ganz andere Entwicklungen ab: Vielleicht werden die aktuellen Energieversorgungsstrukturen in ein paar Jahren vollkommen obsolet sein. Möglicherweise werden sich bereits in wenigen Jahren einzelne Straßenzüge, kleinere Städte oder gar ganze Regionen in Deutschland zu virtuellen Ökostrom-Systemen, sogenannten Micro-Netzen, zusammenschließen. Um eine bessere Netzstabilität zu gewährleisten, werden die schwankenden erneuerbaren Energien zusätzlich noch durch ein Demand-Side-Lastmanagement und Stromspeicher unterstützt. Abgerechnet wird dann nur noch per Block Chain, dem neuen Buchhaltungssystem des Energiemarktes.

So oder so ähnlich könnte die Energieversorgung in einigen Jahren aussehen. Sicher ist jedoch, dass sich nur digitale Modelle am Markt etablieren werden, deren Datensicherheit zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist. Doch viele Fragen dazu sind noch ungeklärt: Wie sind die Systeme vor Angriffen von außen gesichert? Was geschieht mit der riesigen Datenmenge, die in den Smart Grids entsteht?

Politik und Unternehmen müssen sich diesen Fragen stellen; und zwar am besten sofort. Neben dem großen Potenzial, das die Digitalisierung bietet, gibt es auch Risiken. Man mag sich nicht ausmalen, was passiert, wenn Hacker einzelne Geräte attackieren oder ganze Energiesysteme in ihre Gewalt bringen. Die großen Möglichkeiten des Internets lassen sich für den Energiesektor nur ausschöpfen, wenn die Sicherheit der Daten garantiert ist. Denn nur dann werden die Systeme auch auf lange Sicht Anklang bei den Konsumenten finden.

Über den Autor:

Detlef Neuhaus, CEO, SOLARWATT GmbH, DresdenDetlef Neuhaus ist CEO der Solarwatt GmbH aus Dresden.

*Advertorial


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