Blockchain: Ein Treiber der Digitalisierung in der Energiewirtschaft?


Blockchain: Ein Treiber der Digitalisierung in der Energiewirtschaft?

Gastbeitrag von Pascal Häbig

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ist es in den vergangenen Jahren zu einer Dezentralisierung der Energieerzeugung gekommen. Nicht nur die Dezentralität sondern auch die im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung hardwareseitig ansteigende Anzahl an Akteuren (z.B. Smart Home Devices etc.) stellen neue Herausforderungen für die Steuerung des eigentlich monodirektional ausgerichteten Versorgungsnetzes dar.

Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung aber auch in vielen weiteren energiewirtschaftlichen Bereichen (z.B. Handelsplattformen, Metering etc.) wird das Konzept der Blockchain-Technologie häufig als innovativer Lösungsansatz kontrovers diskutiert. Der verteilte Charakter der Datenbanktechnologie birgt einerseits disruptives Potential, andererseits gibt es in der frühen Entwicklungsphase der Blockchain-Technologie nur wenige erkenntnisbringende Pilotprojekte.

Im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojektes des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und der Hochschule Mannheim soll die Bedeutung der Blockchain-Technologie als Treiber der Digitalisierung für die Energiewirtschaft betrachtet werden. Dabei soll insbesondere untersucht werden, inwiefern die unterschiedlichen Akteure der Energiewirtschaft in der Blockchain ein Innovations- und Veränderungspotential sehen.

Das Forschungsprojekt teilt sich in zwei Phasen: In einer qualitativen Vorstudie wurden vergangenes Jahr rund 30 Experten aus einer Stichprobe von Entscheidern, Entwicklern und Forschern aus der Energiewirtschaft sowie energieintensiven Konsumenten und privaten Prosumenten interviewt. Das Ziel der ersten Phase war es, sowohl potentielle Anwendungsgebiete als auch hemmende bzw. fördernde Faktoren für die Implementierung von Blockchain-Anwendungen im energiewirtschaftlichen Umfeld zu identifizieren.

Noch bis Ende Februar 2018 läuft die zweite Phase – der quantitative Part – des Forschungsprojektes. Mit unserer Online-Befragung sollen Einschätzungen weiterer Akteure erfasst werden. Entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette sind Energieproduzenten, Netzbetreiber, Energiehändler, Energieversorger, Forschern und Entwicklern Teil der Zielgruppe. Verbraucherseitig sollen einerseits die Einschätzung energieintensiver Konsumenten (industrielle Geschäftskunden), andererseits auch die privater Konsumenten bzw. Prosumenten untersucht werden.

Die Qualität der Studienergebnisse hängen maßgeblich von einer regen Teilnahme an der Online-Befragung ab, welche ca. 10 bis 15 Minuten dauert. Die Umfrage ist unter folgendem Link direkt zu erreichen: http://www.zew.de/Blockchain-Umfrage

Nach Abschluss des Forschungsprojektes, Mitte 2018, werden die Ergebnisse dieser Studie auf der Homepage des ZEW veröffentlicht.