Die Porsche-Zukunft: Mit dem Kunden, mit Daten, mit Lenkrad & Gaspedal

Porsche digital

Thilo Koslowski ist CEO bei Porsche Digital. Er hat die Vision, Porsche-Kunden neben exklusiven Sportwagen einen erstrebenswerten digitalen Lebensstil zu bieten. Und er gibt im #HBCsuite-Interview das Versprechen ab, dass ein Porsche auch in einer Zukunft der autonom fahrenden Autos immer Lenkrad und Pedale haben wird.

Gelingt es Ihrem Unternehmen, Kundenfeedback einzusammeln und dieses dann auch umzusetzen? Erfahren Sie, bei der C-SUITE am 28. und 29. Juni in Berlin, wie Sie vom Ich zum Wir gelangen.

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Interview mit Thilo Koslowski, CEO bei Porsche Digital

Herr Koslowski, was meinen Sie, wenn Sie vom Porsche Ökosystem sprechen?

Um die digitale Transformation aktiv und erfolgreich zu gestalten, wollen wir mit kompetenten Partnern zusammenarbeiten, mit ihnen Innovation schaffen und zum Kunden zu bringen. Unsere Partner können etablierte Unternehmen, aber auch Startups mit klaren Visionen und tiefer Markt- und Technologieexpertise sein. Insbesondere für junge Unternehmen und Gründer bieten wir bei Porsche eine zielführende Gestaltungsumgebung und ein Netzwerk, das darauf ausgerichtet ist, Innovationen und Geschäftsmodelle effektiv zu realisieren. Ziel ist es dabei nicht auf die Transformation der Autoindustrie zu reagieren, sondern diese proaktiv mit unserem Ökosystem mitzugestalten. Wir befinden uns gerade in einer Zeit, die es vor ein paar Jahren so noch nicht gab – das ist extrem faszinierend. Heute haben wir alle Technologien, die wir brauchen, um etwas ganz Neues zu schaffen und innovative digitale Kundenerlebnisse zu realisieren.

Sie leben das C-Suite-Leitmotiv „Vom Ich zum Wir“ bei Porsche bereits. Kunden können und sollen Produkte mitentwickeln. Wie funktioniert das genau?

Vernetzte Denkweisen werden vor allem dann wichtig, wenn man Services und Dienstleistungen anbieten möchte, die unsere Kunden weiterbringen. Genau das wollen wir erreichen: Wir möchten nützliche Daten und Inhalte für unsere Kunden bündeln und sie dem Fahrer in verwertbaren Mengen zuspielen. Und zwar vor allem dann, wenn er sie benötigt, ohne dass er explizit danach fragen muss. Das gibt unseren Kunden Zeit zurück, macht sie produktiver und noch begeisterter. Ziel muss es sein, die Fahrt, beziehungsweise das Leben anzureichern und noch spannender zu machen. Meine Vision ist, dass wir einen erstrebenswerten digitalen Lebensstil abbilden können, eine Porsche-Erfahrung, nach der man sich sehnt. Das heißt für mich einerseits, dass man die Umwelt so intelligent einbezieht, dass diese automatisch mit den Kunden interagiert. Andererseits ist für uns aber auch das direkte Feedback unserer Kunden sehr wichtig, um unsere Produkte und Services passgenau auf die Anforderungen und Bedürfnisse maßschneidern zu können.

Die Porsche Digital GmbH ist bewusst eine eigene Untereinheit von Porsche. Welche Gründe gab es dafür, den Digitalbereich auszugliedern?

Der Ursprung dafür liegt in unserer grundsätzlichen Zielsetzung: Für uns steht die Entwicklung von Produkten und Services für den Kunden im Mittelpunkt, die sich um die Themen Konnektivität, digitale Kundenerfahrung, Smart Mobility und autonomes Fahren drehen. Dafür müssen Prozesse, Denkweisen, die Zusammenarbeit mit Partnern und vor allem die Geschwindigkeit des Arbeitens anders gestaltet werden. Es war deshalb notwendig, die Porsche Digital GmbH als vollkommen eigenständiges Unternehmen zu gründen, anstatt eine Business Unit aufzubauen, die in den traditionellen Strukturen gefangen ist. Eine eigene Firma, die mit dem Mutterschiff stark vernetzt ist, hat deutlich mehr Freiheiten.

Sie sprechen von der kreativen Zerstörung des eigenen Geschäftsmodelles. Wahrscheinlich stößt man mit so einer Strategie nicht nur auf beifälligen Applaus im eigenen Unternehmen?

Meiner Meinung nach ist vor allem die Bereitschaft eines jeden wichtig, sich ständig selbst zu hinterfragen und zu erneuern. Das gehört zu einer erfolgreichen Strategie dazu. Diese Einstellung ist bei uns auf jeden Fall ausgeprägt und wird auch auf Führungsebene vorgelebt. Innovationen zu entwickeln, ist der Schlüssel für die Zukunft – nicht nur im Zeitalter der Digitalisierung. Diese lassen sich aber auch nur dann in die Realität umsetzen, wenn die Unternehmenskultur und das generelle Denken Kreativität und neue Herangehensweisen zulassen.  Wir wollen unser derzeitiges Geschäftsmodell nicht zerstören, sondern stärken und durch zusätzliche neue digitale Angebote erweitern.

Wie blickt Porsche in eine Zukunft voller autonom fahrender Wagen? Ein Lebensgefühl wie Porsche möchte man ja eigentlich selber steuern…

Das stimmt natürlich. Porsche-Fahrer wollen fahren. Selbst fahren. Das ist ganz klar das Ergebnis all unserer Gespräche mit den Kunden. Es gibt genügend Autohersteller, die permanentes und vollständig autonomes Fahren von A nach B anbieten wollen. Das ist nicht unsere Vorstellung. Unsere Fahrzeuge werden immer ein Lenkrad und Pedale haben. Trotzdem werden wir die Möglichkeit anbieten, einen Knopf zu drücken, wenn man sich in Fahrsituationen befindet, die monoton sind oder keinen Spaß machen, beispielweise im Stau oder beim Einparken. Währenddessen kann ich als Kunde die Zeit besser und effektiver für andere Aufgaben nutzen –Telefonate führen, Termine vereinbaren oder den Wochenendtrip planen. Unter anderem für solche Situationen arbeiten wir an „Porsche-spezifischen“ Services für unsere Kunden.

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