Grundvoraussetzungen für eine Banking-Plattform


Banking-Plattform

Everything that can become a platform will become a platform. Auch im Banking gilt dieses digitale Mantra: die Finanzhäuser zieht es auf die Banking-Plattform. Doch für eine erfolgreiche Plattform-Ökonomie reicht es nicht, dem Kunden lediglich eine Technologie-Lösung zur Verfügung zu stellen, wie Hartmut Giesen, Business Development Manager bei der Sutor Bank, erklärt.

Die richtige Plattform-Strategie steht auf der Agenda der gesamten Bankingbranche.
Auch 2018 sind Plattformen selbstverständlich ein zentrales Thema der
Handelsblatt Jahrestagung Banken-Technologie
am 4. und 5. Dezember 2018 im Hilton City Centre Frankfurt

Eine Banking-Plattform braucht ein synergetisches Ökosystem

Jede Bank, die ernsthaft eine Banking-Plattform umsetzen will, braucht ein Ökosystem, das sich um diese Plattform herumgruppiert. Ökosystem heißt in diesem Falle nicht, dass man Kunden hat, die auf einer technischen Banken-Plattform aufsetzen, sondern dass Partner synergetisch zusammenarbeiten, komplementäre Produkte haben und auch miteinander kooperieren und halt nicht nur eine Geschäftsbeziehung mit der Bank haben.

Kunden werden auf Banking-Plattform weitervererbt

Hartmut Giesen erläutert diese Synergien anhand eines internen Beispiels der Sutor Bank. Auf der eigenen Anlageplattform befinden sich Unternehmen, deren Kunden weitervererbt werden. So kann ein Ökosystempartner, der Zinsgelder anbietet, Kunden weitervermitteln in ein Angebot, bei dem es um Fondssparpläne geht. Jemand, der Zielsparen anbietet, kooperiert wiederum mit einem Anbieter von Microkrediten, weil er damit seine Ziele schneller erreichen kann.

Synergien als Merkmal der Plattform

Diese Synergien sind für Hartmut Giesen innerhalb eines Ökosystems zentral, um von einer Banking-Plattform sprechen zu können. Sonst wäre es lediglich eine einseitige Banken-Plattform, in der die Bank das Frontend oder Backend darstelle. Um von einer Plattform-Ökonomie sprechen zu können, muss diese Zweiseitigkeit laut Giesen gegeben sein.

So sieht das Ökosystem der Suter-Bank-Plattform aus

Abschließen geht Hartmut Giesen im Detail auf die Bestandteile des Ökosystems der Sutor Bank ein. Einerseits finden sich dort einseitige Banking as a service-Systeme, die Sutor Bank lediglich als Technologie und Lizenz-Plattform nutzen. Diese werden ergänzt durch Ökosystempartner, die synergetisch zusammenarbeiten und hauptsächlich Unternehmen, die in den Bereichen Anlage und Sparen unterwegs sind. Bekannte Beispiele sind das Zinsportal Zinspilot, fairr.de als Anbieter von Riester- und Rürup-Plänen oder der Roboadvisor Growney Des Weiteren gibt es Partner, bei denen es darum geht, dass das Geld wirklich angelegt und gespart wird. Hier führt Giesen das algorithmisierte Sparen mit Clinc oder Micro Investing & Instant Investing mit Savemate.

APIs als Grundlage einer Banking-Plattform

Auf die Frage, welche Technologien der Sutor-Plattform zugrunde liegen, führt Hartmut Giesen den Oberbegriff APIs an, die für alle Systeme genutzt werden. Diese APIs untershceiden sich technisch. So gibt es ein selbstentwickeltes Depotmanagementsystem, ein Standard-Depotmanagementsystem und ein Core-Bankingsystem, mit denen in der Regel gearbeitet wird. Je nachdem, mit welchem Partner gearbeitet wird, kommen untershicedliche Schnittstellen zum Einsatz: das können Webservices sein, eine RESTful API oder auch eine einfache Datenschnittstelle, über die lediglich Daten ausgetauscht werden.