Jahrestagung 2018

Grusswort

Banken im Umbruch: So bezeichnen wir seit 23 Jahren diese Konferenz. Doch: Was meinen wir damit? Was heißt eigentlich Umbruch? Laut Duden hat das Wort gleich mehrere Bedeutungen. Die wohl wichtigste davon ist: eine grundlegende Änderung, ein tiefgreifender Wandel.

Ebendieser Wandel ist für Banken mittlerweile zum Dauerzustand geworden – weshalb der Name dieser Konferenz jedes Jahr aufs Neue so treffend erscheint. Doch eigentlich sind nicht nur die Geldhäuser selbst im radikalen Wandel. Sondern es ist längst die ganze Welt, die sich im Umbruch befindet: Populisten und Autokraten mischen die Weltgeschichte auf, die einstige globale Schutzmacht USA wirkt destabilisierend und der Ton zwischen den Weltmächten wird schärfer.

Und auch das direkte Umfeld der Banken ändert sich mal wieder gewaltig: Die Nullzinsen ruinieren den Ertrag, die regulatorischen Daumenschrauben lassen die Kosten in die Höhe schießen und die großen Techkonzerne sowie wendige kleine Finanz-Startups schicken sich an, den Banken ihr Geschäft streitig zu machen.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. „Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefasst sein“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Viele Bankmanager haben den Wandel als genau das akzeptiert, was er ist: Eine Chance. Sie haben ihre Kosten und Geschäftsmodelle längst auf die Niedrigzinsen angepasst – und bereiten sich jetzt schon auf die nahende Zinswende vor. Sie begreifen die vielen neuen Regeln nicht nur als bürokratisch, sondern haben sie zum Anlass genommen, die Strategie zukunftsweisend umzubauen. Und für solche Manager bietet die Digitalisierung viele Chancen für neue Geschäftsmodelle – mal mit, mal gegen die Techkonzerne. Dass in einem Umbruch auch immer ein möglicher Aufbruch steckt, offenbart auch der Duden: Wer in der Landwirtschaft eine Ackerkrume umbricht, tut nichts anderes als ein Feld zu bestellen. Eine treffende Metapher für die Aufgabe eines jeden Bankmanagers in diesen Zeiten.

Und wie man dieser Tage in der Bankbranche das Feld bestellt, werden am 29. und 30. August wieder internationale Topmanager hier in Frankfurt zeigen. Seien Sie dabei, blicken Sie auf dem wichtigsten Branchentreff Deutschlands gemeinsam mit den renommiertesten Entscheidern der Branche sowie mit prominenten Finanzaufsehern und Politikern in die Zukunft. Auch in diesem Jahr wird hier wieder das Who-is-Who der Finanzbranche zusammenkommen um zu debattieren, sich auszutauschen und Netzwerke enger zu knüpfen. Wie gewohnt bieten wir Ihnen Hintergründe, Impulse und Kontakte: zu Visionären ebenso wie zu Pragmatikern.

Ich lade Sie herzlichst ein, bei diesem einzigartigen Forum dabei zu sein: Als Zuhörer, Ideengeber, Mitdiskutant – oder einfach nur als Gast. Genießen Sie eine einzigartige Aufbruchstimmung hier in Frankfurt.

Ich freue mich auf Sie.

Daniel SchäferDaniel Schäfer
Leiter Finanzzeitung
Handelsblatt