Vernetzte Services erfordern Partnerschaften mit Spezialisten


Vernetzte Fahrzeuge liefern große Mengen an Daten – viel mehr, als für die eigentliche Fortbewegung im Sinne von autonomem Fahren, Sicherheit und Kommunikation nötig wären. Wie können die OEMs diese Datenflut beherrschen und vor allem: Was können sie damit im Sinne einer begeisternden Kundenerfahrung anfangen?

Sabine Bendiek, die Deutschland-Chefin von Microsoft, schilderte in ihrem Vortrag, wie Technologien des IT-Giganten schon heute zum Einsatz kommen und was künftig möglich ist. Ihr klares Credo: Die Autohersteller sollten den Schulterschluss mit den Datenspezialisten suchen, von deren Erfahrung profitieren und somit im Wettbewerb keine Zeit verlieren. Zumal die Entwicklung so rasant voranschreitet, dass selbst innerhalb der heute schon kurzen Modellzyklen eines Fahrzeugs gleich mehrere IT-Zyklen aufeinander folgen. Die OEMs brauchen Schnelligkeit, um Lösungen upzudaten und flexibel neue Services auszurollen. „Daran werden Sie nicht vorbeikommen, und deshalb sollten Sie das im Rahmen von Partnerschaften gemeinsam machen“, appellierte sie an die Automotive-Experten.

Drei reale Beispiele deuten die Bandbreite der Möglichkeiten an. Persönliche digitale Assistenten im Auto auf Basis von Microsoft-Cloud-Lösungen erhöhen die Produktivität. Sie zeigen Termine auf dem Display an, lesen E-Mails vor, geben Vorschläge zu Restaurants in der Umgebung, organisieren Skype-Konferenzen und vieles mehr. Im Flottenmanagement stellt Microsoft die Cloud-Infrastruktur für die Datenströme von heute 180.000 Lkw bereit. Mittelfristig sollen drei Millionen Trucks integriert werden. Folglich sei für solche Datenmengen ein hoch skalierbares Backend eines IT-Spezialisten nötig. Als drittes Anwendungsbeispiel stellte Sabine Bendiek die HoloLens vor. Mit dieser Augmented Reality-Brille lassen sich Hologramme in reale Umgebungen einspielen, anfassen und bewegen. Das ist einerseits hochinteressant für die Produktentwicklung, denn physische Prototypen kosten Zeit und Geld. Zugleich sei die Technik hervorragend geeignet, um Kunden zu visualisieren, wie ihr Fahrzeug in bestimmten Konfigurationen aussehen könnte.


Backstage-Report zum Handelsblatt Auto-Gipfel 2017

Die Führungsriege der Automobilwirtschaft hat beim Auto-Gipfel 2017 Stellung bezogen. Was wird wahr, was nicht? Wir haben für Sie die wichtigsten Statements, Diskussionen und Videos zu einem umfangreichen Nachbericht zusammengefasst.
Packshot vom Backstage-Report zum Auto-Gipfel 2017
Zum Gipfeltreffen der Automobilbranche kamen über 600 Automobilexperten aus der ganzen Welt – darunter Hersteller und Zulieferer, Technologie- und Energiekonzerne sowie Politiker und Verbände – Ende Oktober 2017 nach Sindelfingen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten die versammelten Branchengrößen Strategien, Konzepte und Technologien für das Automobil von morgen und die zukünftige Ausrichtung der Autoindustrie.