Sicherheit von autonom fahrenden Fahrzeugen


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Autonome Fahrzeuge bestimmen zusammen mit der Antriebtechnologie der Zukunft die Schlagzeilen der Automobilwelt. Dabei geht es bisher insbesondere um die Frage, was technisch schon heute möglich wäre und was man in Zukunft braucht, um teilautomatisiertes bis zum voll-automatisierten bzw. fahrerlosen Fahren zu ermöglichen. Aber nach den ersten Unfällen von autonomen Fahrzeugen stellen immer mehr Nutzer und Experten die Frage, wie sicher diese Technologie sein kann. Der TÜV Rheinland hat zum Thema Sicherheit eine Meta-Studie angefertigt, die die relevanten Kernthemen zur Sicherheit autonomer Fahrzeuge aus Kunden- und Expertensicht untersucht. Die Ergebnisse dieser repräsentativen Studie wird der TÜV Rheinland auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel 2017 vorstellen. Einen ersten Einblick gibt es bereits jetzt in diesem Artikel.

Für die Meta-Studie des TÜV Rheinland wurden rund 50 Studien zum Thema autonomes Fahren generell, Sicherheit autonomer Fahrzeuge aber auch nahe liegender Themen gesichtet und entsprechend relevante Studien ausgewählt, die einen Mix aus der Kunden- und der Expertensicht bieten. Der TÜV Rheinland filterte die sicherheitsrelevanten Ergebnisse, leitete Hypothesen ab und erstellte einen Fragebogen.

Zu den sicherheitsrelevanten Themen wurden drei Punkte identifiziert:

  • Funktionale Sicherheit, also die Sicherheit für Fahrgäste und Umgebung
  • Angriffssicherheit (Schutz vor unbefugtem Zugriff von außen)
  • Datenschutz und Privatsphäre

Betrachtet man den Endverbraucher, so lassen sich aus den Studien einige interessante Hypothesen formulieren, die in den Fragebogen eingeflossen sind. Zum einen stehen die Verbraucher dem autonomen Fahren grundsätzlich positiv gegenüber. Die Akzeptanz steigt zudem, wenn der Kunde selber entscheiden kann, wie viel Autonomie zugelassen wird. Insbesondere in Notfallsituationen existiert aber noch ein mangelndes Vertrauen in die Technik. Ängste und Bedenken gibt es auch bei der Gewährleistung des Datenschutzes und der Angriffssicherheit, wie Datendiebstahl und Zugriff Fremder auf das Fahrzeug.
Aus Expertensicht stellt die funktionale Sicherheit kein Hemmnis bei der Einführung autonomer Fahrzeuge dar, denn diese rechnen mit einer Erhöhung der Sicherheit auf der Straße. Für den Fall eines Unfalles müssen aber noch ethische Fragen geklärt werden. Um die Angriffssicherheit machen sich einige Experten Sorgen, dass Zugriffe von außen möglich sind, weshalb insbesondere selbstlernende System und Over-the-Air-Updates als Voraussetzung zur Markteinführung angesehen werden. Bei der Frage des Datenschutzes und der Privatsphäre sehen die Experten die Notwendigkeit, private Daten für die Gewährleistung der Sicherheit des Fahrzeuges zu speichern und auszuwerten. Sie gehen aber davon aus, dass Nutzer mehr Daten freigeben, wenn ihnen im Gegenzug mehr Nutzungsmöglichkeiten gegeben werden.
Insgesamt lässt sich nach der Auswertung der Studien feststellen, dass die Verbreitung autonomer Fahrzeuge gehemmt sein kann, wenn die Ängste der Verbraucher nicht im erforderlichen Maße abgebaut werden können. Dazu müssen die Wahrnehmung und Bedürfnisse der Kunden an die Sicherheit der Technologie, die Determinanten zur Angriffssicherheit und die Bedürfnisse der Verbraucher an Datenschutz, verbunden mit Transparenz und Mitbestimmung, festgestellt und in die weitere Entwicklung einbezogen werden.

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