OEMs und Zulieferer müssen Teamspirit entlang der gesamten Lieferkette leben

Das partnerschaftliche Verhältnis mit Zulieferern wird mit der Transformation der Autoindustrie wichtiger denn je. Davon ist Dr. Klaus Zehender, zuständig für Einkauf und Lieferantenqualität bei Mercedes-Benz Cars, fest überzeugt.

Ein Indiz dafür: Heute verbleiben rund 60 Prozent der Wertschöpfung bei den Lieferanten, mit steigendem Anteil der Elektromobilität wird sich diese Quote in Richtung 80 Prozent bewegen. Dabei gelte: Die Zeiten in denen der OEM den Zulieferern gesagt hat, was sie tun sollen, sind vorbei. Wir wünschen uns proaktive Lieferanten, wir wollen gefordert werden.

Einkauf und Qualitätssicherung müssen sich dabei mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Innovationen in immer schnelleren Sequenzen erfolgen. Erstreckten sich frühere Sourcing Cycles auf sieben bis vier Jahre, verkürzen sie sich heute auf drei Jahre und weniger. Zudem verlangen die jetzt anstehenden Innovationen nach ganz neuen Qualitätsprozessen. Für neue Größen wie Datenempfang, Software oder Apps und Content gäbe es noch kaum Messmethoden und Qualitätskennzahlen.

Die Durchsetzbarkeit neuer Technologien wird maßgeblich davon beeinflusst, ob sie zu verbesserten Kosten angeboten werden können. Zehenders Rezept dafür: „Die Mehrinhalte, die wir durch Innovationen in die Fahrzeuge bringen, wollen wir in partnerschaftlicher Diskussion mit unseren Lieferanten durch technologische und kaufmännische Effizienz kompensieren.“ Dazu müsse der Teamgedanke nicht nur beim OEM, sondern entlang der gesamten Lieferkette gelebt werden.


Backstage-Report zum Handelsblatt Auto-Gipfel 2017

Die Führungsriege der Automobilwirtschaft hat beim Auto-Gipfel 2017 Stellung bezogen. Was wird wahr, was nicht? Wir haben für Sie die wichtigsten Statements, Diskussionen und Videos zu einem umfangreichen Nachbericht zusammengefasst.
Packshot vom Backstage-Report zum Auto-Gipfel 2017
Zum Gipfeltreffen der Automobilbranche kamen über 600 Automobilexperten aus der ganzen Welt – darunter Hersteller und Zulieferer, Technologie- und Energiekonzerne sowie Politiker und Verbände – Ende Oktober 2017 nach Sindelfingen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten die versammelten Branchengrößen Strategien, Konzepte und Technologien für das Automobil von morgen und die zukünftige Ausrichtung der Autoindustrie.

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