Future Car Design: Visionen für die Zukunft

Im Designer-Panel des Handelsblatt Auto-Gipfels Steffen Köhl, Leiter Advanced Exterior Design bei der Daimler AG, Edgar Heinrich, Chef-Designer bei BMW Motorrad und Ulrike Müller, Head of MD UX Design bei der Volkswagen Future Center Europe ihre Visionen für die Mobilität von morgen vor.

„Wir leben in einer tollen Zeit für Designer.“ Mit diesem optimistischen Statement eröffnete Professor Lutz Fügener das abschließende Diskussionspanel des Handelsblatt Auto-Gipfels. Der Grund: In den vergangenen Jahrzehnten habe es wenig neue Konzepte im Automobildesign gegeben, mit dem jetzigen Veränderungsdruck jedoch entstünden neue Freiräume. Es werden nicht mehr bloß Oberflächen gestaltet, sondern das gesamte System der Mobilität könne jetzt neu gedacht werden.

Diese Aufgabe liegt bei Daimler unter anderem in der Verantwortung von Steffen Köhl. „Wir sind mit unseren Projekten im Jahr 2025“, erklärt er. Für ihn stellt dieser Zeitsprung kein Wagnis dar, denn er hält es mit dem Einstein-Zitat „Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen.“ Deshalb sucht Köhl leidenschaftlich nach Menschen, „die Sinnliches aufs Blatt bringen“. Designer müssen Künstler sein, die zunächst mit Papier und Stift arbeiten und erst später den Computer hinzuholen. Sinnlich sei deshalb auch die Daimler-Designphilosophie Sensual Purity, die im verstärkten Maß für kommende Elektrofahrzeuge der Marke gelte: „Keine sinnlose Ornamentik, sondern klare Flächen und Wölbungen, die unser Herz berühren“.

Das BMW Motorrad Designteam um Edgar Heinrich befindet sich lediglich fünf Jahre voraus „in einem Paralleluniversum. 20 bis 30 Jahre wären nicht seriös, denn die Zukunft kam immer anders als wir sie uns vorgestellt hatten“, schmunzelt er. Er möchte Technologien nutzen, um Vorbehalte gegenüber Fahrzeugen abzubauen und Erlebnisse zu ermöglichen. Das Konzept-Motorrad VISION NEXT 100 beispielsweise könne nicht mehr umkippen, Biker benötigten nur noch Schutzbrille statt Helm. Bei aller digitalen Euphorie sieht er eine große Zukunft für das Motorrad als „größtes Accessoire“. Denn in einer vernetzten Welt werden analoge Erlebnisse und mechanische Dinge wertvoll.

Ulrike Müller gestaltet als Spezialistin für Digital User Experience bei Volkswagen nicht die physischen Formen der Fahrzeuge, sondern Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Sie ist überzeugt, dass digitale Assistenten einen Charakter entwickeln müssen, der die Merkmale der Marke widerspiegelt. Schon in wenigen Jahren würden nicht bloß banale, faktische Dialoge, sondern bedeutungsvolle Gespräche mit solchen Assistenten machbar sein. Sie ist überzeugt: „Empathische Intelligenz ist möglich.“


Backstage-Report zum Handelsblatt Auto-Gipfel 2017

Die Führungsriege der Automobilwirtschaft hat beim Auto-Gipfel 2017 Stellung bezogen. Was wird wahr, was nicht? Wir haben für Sie die wichtigsten Statements, Diskussionen und Videos zu einem umfangreichen Nachbericht zusammengefasst.
Packshot vom Backstage-Report zum Auto-Gipfel 2017
Zum Gipfeltreffen der Automobilbranche kamen über 600 Automobilexperten aus der ganzen Welt – darunter Hersteller und Zulieferer, Technologie- und Energiekonzerne sowie Politiker und Verbände – Ende Oktober 2017 nach Sindelfingen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten die versammelten Branchengrößen Strategien, Konzepte und Technologien für das Automobil von morgen und die zukünftige Ausrichtung der Autoindustrie.

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