Die Künstliche Intelligenz kommt – und stellt den Menschen weiter in den Mittelpunkt

Wenn sich zwei Visionäre die Bälle zuspielen, dann bekommt die Zukunft ein System. Johann Jungwirth –„JJ“ – (Chief Digital Officer, Volkswagen Group), der aus dem Silicon Vallye zur Volkswagen-Gruppe gewechselte Digitalisierungs-Experte, und Italdesign-Chef Jörg Astalosch zeichneten in ihrem Dialog auf der Bühne des Auto-Gipfels ein lebendiges Bild künftiger Mobilitätsformen.

Ihr Ausgangsszenario ist die Welt von 2050: mehr als neun Milliarden Menschen auf dem Planeten, drei Viertel davon leben in Städten. Verkehrskonzepte von heute können diesem enormen Bevölkerungsdruck nicht mehr standhalten. Die Volkswagen-Mobilitätstochter MOIA will deshalb den Menschen ihre Stadt zurückgeben.

Elektrische Antriebsstränge sind dabei nur ein kleiner Teil – und zwar der einfachste. Wesentlich komplexer seien Softwareaspekte. „Der Wechsel von selbstfahrenden zu autonomen Fahrzeugen ist zu 90 Prozent eine Frage von Künstlicher Intelligenz“, so JJ. Auf diesem Gebiet erwartet er innerhalb der nächsten zwölf Monate übrigens wegweisende Durchbrüche. Weil dabei nach wie vor der Mensch im Mittelpunkt stehen soll, entwickelte sein Team die Idee des Human Thinking. Das bedeutet unter anderem: Fahrzeuge und Services müssen Menschen berühren, ihnen subjektiv gefallen. Neben dieser Emotionalität gehören auch Dinge wie Schönheit, Innovation, Intelligenz, Integrität zu den Anforderungen, die künftige Konzepte erfüllen müssen.

Ein Ergebnis des Human Thinking ist SEDRIC. Dieses autonome Fahrzeug kommuniziert mit den Menschen und der Infrastruktur in der Stadt. Es wirkt freundlich und rücksichtsvoll, ist umweltverträglich, macht die Fahrt für jeden erschwinglich und das Autofahren barrierefrei. Damit erfüllt es JJs Vision von „Mobilität für alle – auf Knopfdruck“. Er selbst trägt so einen Knopf bereits in der Hosentasche bei sich: den Volkswagen One-Button, der schon in naher Zukunft ein autonom fahrendes Auto rufen kann.

Auch Italdesign-Chef Jörg Astalosch unterstreicht, dass beim Mobilitätswandel nicht die Hardware isoliert betrachtet werden darf, sondern das ganze System. „Wir wollen die Städte für die Menschen besser machen, ihnen Zeit zurückgeben und den Raum effizienter nutzen“, beschreibt er. Dabei „schweben“ ihm unter anderem fliegende Taxis und Lieferdrohnen vor. Sie wären Teil der modularen Plattform „Pop-up“, die sich beispielsweise auch zum Familienauto, Kleintransporter, Sportwagen und mehr umrüsten lässt. Sämtliche Mobilitätsangebote werden in einer Meta-App gebündelt, die auch gleich die Wünsche und Termine der Nutzer kennt und den nötigen Transport organisiert.


Backstage-Report zum Handelsblatt Auto-Gipfel 2017

Die Führungsriege der Automobilwirtschaft hat beim Auto-Gipfel 2017 Stellung bezogen. Was wird wahr, was nicht? Wir haben für Sie die wichtigsten Statements, Diskussionen und Videos zu einem umfangreichen Nachbericht zusammengefasst.
Packshot vom Backstage-Report zum Auto-Gipfel 2017
Zum Gipfeltreffen der Automobilbranche kamen über 600 Automobilexperten aus der ganzen Welt – darunter Hersteller und Zulieferer, Technologie- und Energiekonzerne sowie Politiker und Verbände – Ende Oktober 2017 nach Sindelfingen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten die versammelten Branchengrößen Strategien, Konzepte und Technologien für das Automobil von morgen und die zukünftige Ausrichtung der Autoindustrie.

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